Bad Düben. Aufatmen im Naturpark Dübener Heide: Die CDU/FDP-Koalition im sächsischen Landtag hat sich darauf verständigt, dass der Freistaat die Region auch in Zukunft finanziell ausstatten soll. Jährlich seien 70000 Euro vorgesehen. Damit bekommen der Landkreis Nordsachsen und der Verein Dübener Heide, der mit der Naturparkarbeit beauftragt ist, Rechts- und Planungssicherheit.
Die hatte es zuletzt für den sächsischen Teil der Region nicht wirklich gegeben. Unklar war, ob Landkreis als neuer Träger oder Freistaat als alter die finanzielle Verantwortung übernehmen. Denn mit der Kreisgebietsreform sind die Naturparkzuständigkeiten vom Land auf den Landkreis herunter delegiert worden. "Man hat schlichtweg vergessen, das Finanzielle zu regeln", sagte gestern der CDU-Landtagsabgeordnete Volker Tiefensee. Nunmehr sei vorgesehen, eine "dauerhafte Finanzierung" per Gesetz festzuschreiben. "Mit der Lösung können wir sehr zufrieden sein", so Tiefensee.
Dieser Ansicht ist auch Thomas Klepel, Leiter des Naturparks Dübener Heide. "Ich freue mich, dass in Dresden die Überzeugung gewachsen ist, dass Naturparks für eine Region einen Mehrwert bringen", erklärte er. Klepel meint damit, dass das Geld stets so investiert werde, dass Nachhaltigkeit entsteht, sei es im Natur- und Tourismusbereich, in der Land- und Forstwirtschaft oder im Bereich Wohn- und Lebensstandort. Dresden habe mit dieser Entscheidung erkannt, dass der Status Naturpark in einer Region für deren ökologische und wirtschaftliche Entwicklung stehe. "Wir haben eine neue Stufe erreicht. Das beweist auch, dass ein Vertrauen in die Strukturen vor Ort vorhanden ist."
Nicht zuletzt war es nach Informationen dieser Zeitung Nordsachsens Landrat Michael Czupalla (CDU), der persönlich in Dresden vorstellig wurde. "Wir werden die Arbeit im Naturpark so weiterführen, wie bisher", sagte er und sprach von Kontinuität, die damit Einzug halten werde. Und auch Sachsens Umwelt- und Landwirtschaftsminister Frank Kupfer (CDU) hatte jüngst die Erfolge im Bereich der Naturpark- und Regionalentwicklung gewürdigt. Der Dübener Heide stehen jetzt mit den Mitteln aus Sachsen-Anhalt etwa 155 000 Euro jährlich zur Verfügung.
Andreas Heinz, Arbeitskreisvorsitzender ländlicher Raum, Umwelt und Landwirtschaft in der CDU-Landtagsfraktion, erklärte: "Naturparks sind immer mehr auch Wirtschaftsfaktoren im ländlichen Raum. Dauerhafte Rechtssicherheit für die Förderung schafft somit auch Perspektiven in einer Region, die vom Tourismus lebt." Neben der Dübener Heide bekommt auch der zweite sächsische Naturpark Erzgebirge/Voigtland eine Finanzierung. Dorthin fließen jährlich 222 100 Euro. "Endlich erhalten die Naturparks die Rechts- und Planungssicherheit, die sie sich immer gewünscht haben. Beide Naturparks sind in ihrer Art einzigartig: Der Naturpark Dübener Heide ist beispielsweise der erste Naturpark Deutschlands, der aufgrund von bürgerschaftlichem Engagement entstand", sagte Tino Günther, stellvertretender Vorsitzender der FDP-Fraktion.