2. März 2011 Hagen Rösner (Oschatzer Allgemeine Zeitung)

Frühlingsgefühle für Arbeitsmarkt

Arbeitsagentur Oschatz präsentiert überraschend gute Zahlen für den Februar


Region Oschatz. Das Wort "Überraschung" fiel bei der Agentur für Arbeit in Oschatz in den vergangenen zehn Jahren nicht ein einziges Mal. Gestern sprach die Oschatzer Agenturchefin Marlies Hoffmann-Ulrich das Wort "Überraschung" erstmals aus. Grund dafür waren die unerwartet guten Arbeitsmarktzahlen für die Oschatzer Region.
Erfahrungsgemäß ist der zweite Monat des Jahres der Monat mit der höchsten Arbeitslosigkeit - nicht so in diesem Jahr. Neben der leicht rückläufigen Arbeitslosigkeit gegenüber Januar, verzeichneten die Arbeitsagentur und das Jobcenter Nordsachsen deutlich weniger Arbeitslosmeldungen als vor einem Jahr. Gleichzeitig begannen im Februar deutlich mehr Arbeitsverhältnisse als sonst zu diesem Zeitpunkt.
Die Erwerbslosenquote für den Agenturbezirk liegt bei 14,2 Prozent und ist im prozentualen Vergleich bei 14,2 Prozent unverändert geblieben. In den absoluten Werten sind allerdings 34 Personen weniger arbeitslos als im Vormonat. Für die Oschatzer Region liegt die Arbeitslosenquote aktuell bei 14,3 Prozent und ist im Vergleich zum Vorjahr sogar um 1,5 Prozentpunkte gesunken.
"Das ist zweifellos eine Überraschung, über die ich mich sehr freue", erklärt die Agenturchefin Marlies Hoffmann-Ulrich in ihrer monatlichen Arbeitsmarkteinschätzung. "Es ist ein gutes Signal, wenn die Menschen in Beschäftigung bleiben können. Dass im Wintermonat Februar aber auch so viele Beschäftigungsaufnahmen dazugekommen sind, hatte ich so nicht erwartet", sagt sie.
550 neue Stellen meldeten die Unternehmen im Februar dem gemeinsamen Arbeitgeberservice von Agentur und Jobcenter Nordsachsen zur Besetzung. Das sind 136 Stellenangebote mehr als im Februar 2010. Der Großteil der gemeldeten Stellen entfiel auf das verarbeitende Gewerbe (100 Stellen), die Zeitarbeit (91 Stellen), den Baubereich (83 Stellen) sowie den Handel (81 Stellen). Ein Blick auf die aktuellen Zahlen zeigt aber auch, dass vor allem die Männer von der Situation auf dem Arbeitsmarkt profitieren können und verstärkt Jobs finden.
Beim Vergleich der Arbeitslosenquoten mit den Nachbarkreisen Leipzig und Mittelsachsen schneidet Nordsachsen jedoch am schlechtesten ab. Die aktuelle Arbeitslosenquote für Nordsachsen liegt bei 13,8 Prozent. Mittelsachsen pirscht sich langsam wieder an den einstelligen Bereich heran und liegt bei glatt 11 Prozent. Der Landkreis Leipzig hat derzeit eine Arbeitslosigkeit von 12,7 Prozent.
Derzeit ist schwer abzusehen, wohin sich der Arbeitsmarkt bewegen wird. "Das ist noch keine Frühjahrsbelebung, die wir hier sehen. Ich rechne damit, dass wir nach Ostern noch einen deutlichen Rückgang der Arbeitslosenzahlen sehen werden", so Marlies Hoffmann-Ulrich.

Marlies Hoffmann-Ulrich: Es wurde im Februar massiv wenig entlassen, und es wird wieder eingestellt. Das ist für einen Februar untypisch. Ich bin erstaunt und erfreut über diese positive Entwicklung.