Nordsachsen (TZ). Im Landkreis wird es künftig nur noch eine Musik- und eine Volkshochschule geben. Der Schul- und Kulturausschuss des Kreistags Nordsachsen hat vergangene Woche einem entsprechenden Grundsatzbeschluss zugestimmt. Das bestätigte Heiko Wittig, Vorsitzender des Ausschusses.
Kern des Beschlusses ist nach TZ-Recherchen, dass zum 1. Januar die beiden bislang getrennt für die Altkreise zuständigen Eigenbetriebe Bildungsstätten fusionieren. Unter diesem Dach sind dann Volkshochschule und Musikschule eingeordnet. Außerdem werden voraussichtlich die Sternwarte Eilenburg und das Schullandheim Reibitz zum neuen Betrieb gehören. Die Verwaltung der kreiseigenen Liegenschaften sowie die Schulverwaltung sollen künftig wieder direkt im Landratsamt erledigt werden. Zur personellen Besetzung der Führungspositionen im fusionierten Eigenbetrieb war offiziell nichts zu verfahren. Nur so viel ließ Heiko Wittig auf Nachfrage wissen, dass es eine konstruktive und versöhnliche Einigung unter den bisherigen Spitzenkräften gegeben habe.
Wie die TZ aber dennoch in Erfahrung bringen konnte, soll wohl die bisherige Geschäftsführerin des Torgauer Eigenbetriebs, Dorothee von Gynz Rekowski, auch die Gesamtleitung übernehmen. Die Musikschule, künftig unter dem Namen Heinrich Schütz kreisweit tätig, untersteht dann Elvira Dreßen, der aktuellen Torgauer Musikschulleiterin. Norbert Morch steht künftig der nordsächsischen Kreisvolkshochschule vor. Da es sich hier um Personalfragen handelt, wird die endgültige Entscheidung im geschlossenen Teil der Kreistagssitzung am 5. Oktober getroffen.
Ziel der Fusion sind Effizienzgewinne und Einsparungen durch die Beseitigung von Doppelstrukturen. Allein die Tatsache, dass künftig keine vier unterschiedlichen Jahresabschlüsse aufgestellt und von einem Wirtschaftsprüfer kontrolliert werden müssten, spare enorme Kosten, so Schul- und Kulturausschuss-Vorsitzender Heiko Wittig. Zudem könne Personal flexibler eingesetzt werden und es werde möglich, gemeinsam Angebote zu unterbreiten, die jede Einrichtung für sich nicht realisieren könnte, ergänzte der SPD-Politiker. Wittig unterstrich aber auch, dass die bisherigen Musik- und Volkshochschulen im zurückliegenden Jahr gut gewirtschaftet hätten. „Die Jahresabschlüsse waren sehr gut.“