22. Juli 2011 Leipziger Volkszeitung

Gehälter: Leipzig und Nordsachsen holen auf

Dresden Spitzenreiter / Sachsen mit 22881 Euro im Jahr unter Bundesschnitt

Leipzig. Arbeitnehmer in Freistaat haben 2009 im Schnitt 22881 Euro brutto verdient. Die Unterschiede zwischen den Sachsen-Metropolen Leipzig und Dresden sind dabei im Vergleich zum Vorjahr geringer geworden. Das geht aus den Zahlen hervor, die gestern vom Statistischen Landesamt in Kamenz veröffentlicht wurden.
Von Kay Stolle
Konkret haben die Arbeitnehmer in der Stadt Leipzig durchschnittlich 24013 Euro brutto verdient, 1,3 Prozent mehr als im Jahr zuvor, im Kreis Leipzig waren es 21837 Euro, in Nordsachsen 21408. Trotz einer Verbesserung steht in der Statistik nur noch der Erzgebirgskreis schlechter da als Nordsachsen.
Im Vergleich zum Jahr 2008 ist der Vorsprung Dresdens vor Leipzig etwas gesunken. Dennoch verdienen Arbeitnehmer in der Elbestadt noch immer etwa 1000 Euro mehr als Arbeitnehmer in der Messestadt. Im Jahr 2000 hatten die Dresdner laut Statistikamt gerade einmal 16 Euro mehr Lohn oder Gehalt als die Leipziger. Dann wuchs die Kluft auf ein Hoch von knapp 1400 Euro im Jahr 2006.
Experten begründen die Differenzen vor allem mit der unterschiedlichen Wirtschaftsstruktur. So sind in der Landeshauptstadt mehr Beschäftigte im öffentlichen Dienst tätig. Zudem sei das besser bezahlende verarbeitende Gewerbe in Dresden stärker, während in Leipzig der Anteil der im geringer bezahlenden Dienstleistungsgewerbe Beschäftigten höher sei.
Für den sächsischen DGB-Experten Willy Buschek sind die Zahlen somit auch ein Beleg, wie ungleich die wirtschaftliche Entwicklung in Sachsen noch immer sei. Zudem liege der Freistaat im Vergleich der Bundesländer weiterhin an viertletzter Stelle, erklärte er gegenüber dieser Zeitung. Marcel Thum, Chef des Dresdner Ifo-Instituts, sieht die innersächsischen Gehaltsunterschiede dagegen als weniger gravierend an. Mit Blick auf Kaufkraft und Preise - zum Beispiel für Immobilien - relativiere sich vieles, sagte der Professor dieser Zeitung. Zudem habe Leipzig beim Wirtschaftswachstum zuletzt gut ­aufgeholt. Während in Dresden beispielsweise der stark vertretene Bereich Mikroelektronik mit seinen hohen Qualifikationsanforderungen und Löhnen anfällig für Konjunkturschwankungen sei.