Bad Düben. 177 mal Gold und Silber für die Blauen. Der Landkreis Nordsachsen ehrte am Freitagabend zum zweiten Mal seit seinem Bestehen aktive Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren für 40 beziehungsweise 25 Jahre Dienstzeit. Der Dank ging auch an die ehrenamtlichen Zugführer der Katastrophenschutzeinheiten, an die Schnelle Einsatz Gruppe und die leitenden Notärzte.
Die Verwaltungsvorschrift Feuerwehr - Ehrenzeichen des Sächsischen Innenministeriums sieht vor, dass Bürger- oder Oberbürgermeister das Band Stufe Bronze für zehnjährige Mitgliedschaft, Landräte Gold und Silber verleihen. In "einer dem Anlass entsprechenden Form", wie es heißt. Diese bot der große Saal des Bad Dübener Heide Spa am Freitagabend allemal. Doch die Häufigkeit der Wahl des Wortes "Danke" an diesem Abend zeigte auch, welch hohen Stellenwert sich die "Retter im Blaulichtbereich" zwischen Lober und Elbe in den vergangenen Jahren auch jenseits von Gesetzesvorlagen bei Einsätzen und Ausbildungsmaßnahmen erarbeitet haben.
Ein Hauch der großen weiten Musikwelt war zu spüren, als die Nordlichter der Mittelschule Delitzsch-Nord Songs von Roger Cicero, Elvis Presley oder der Bautzener Band Silbermond stimmlich und tänzerisch in Szene setzten. Landrat Michael Czupalla (CDU) fasste in Worte, was die Kameraden tagtäglich leisten. "Sie wissen, es erfüllt mich stets mit Hochachtung, mit wie viel Engagement Sie die Hilfeleistung in den Kommunen entwickelten, formten und zu dem gemacht haben, was sie heute ist." Gemeint sind dabei in erster Linie die zahllosen Einsätze im Brand- und Katastrophenfall. Stichpunkte wie die Großfeuer in den Kreiswerke Delitzsch oder in der Recyclinganlage Hohenossig fielen ebenso wie der Tornado in Belgern oder die Hochwasser im August und September. Doch die Initiativen gehen im Interesse des Gemeinwesens viel weiter: "Sie sind die Initiatoren bei kulturellen Veranstaltungen in ihren Orten. Sie setzen sich für eine sinnvolle Freizeitgestaltung der Jugendlichen ein. Sie führen Veranstaltungen an Schulen und Kindergärten durch. Sie bilden und betreiben Feuerwehrmusikzüge, organisieren Gemeindeausscheide und Pokalläufe im Feuerwehrsport", betonte Czupalla.
Der landesrechtlichen Regelung, die der Kreis-Chef in puncto Bestand und Entschädigung der ehrenamtlichen stellvertretenden Kreisbrandmeister anmahnte, nahm sich Landespolizeipräsident Bernd Merbitz, dem auch der Bereich Brand- und Katastrophenschutz untersteht, an. Er habe im Verlaufe des Tages entsprechende Schriftstücke unterschrieben, eine Verankerung im Gesetzestext sei vorgesehen. Auch in die Diskussion um die nicht ausreichende Anzahl von Ausbildungsplätzen in der Landesfeuerwehrschule Nardt sei Bewegung gekommen. Details wolle Innenminister Markus Ulbig (CDU) demnächst selbst verkünden.
Die Botschaft, dass es in finanzieller Hinsicht in Bereichen Ausbildung und Ausstattung bei den Wehren weitergehen müsse, gab er gleich an die Landtagsabgeordneten Thomas Kind (Die Linke) und Volker Tiefensee (CDU) weiter. Noch vor Weihnachten haben sie über den neuen Haushalt mitzuentscheiden, inklusive der Etas für Brand- und Katastrophenschutz.
Dem Rede- folgte vor dem Gang ans Büffet ein Auszeichungsmarathon. An den Plätzen erwarteten viele Bürgermeister "ihre" Frauen und Männer in Blau. Auch das ist eine würdige Form der Anerkennung.