Bad Düben. Um die Pläne für ein neues Gymnasium in Bad Düben ist es zuletzt ruhig geworden. Der Freistaat will kein neues, jedenfalls kein staatliches. Und offenbar ist auch die Unterstützung seitens des Landkreises gering. Die Stadt hält dennoch an den Plänen fest, sagte Gisbert Helbing, führender Kopf des Bildungscampus Bad Düben, der für die CDU im Stadtrat sitzt.
Es sollte ein Treffen von entscheidender Bedeutung sein, als die Macher des Bildungscampus Bad Düben sich im März mit Nordsachsens Landrat Michael Czupalla (CDU) zum Thema Gymnasium austauschten. Dazumal hieß es, dass danach deutlich sei, ob an den Plänen festgehalten werde oder nicht. Nunmehr steht fest: Es wird daran festgehalten, obwohl "ich spüre, dass das Gymnasium politisch von außen nicht gewollt ist", sagte Helbing auf einem Linke-Bürgerforum im Hotel National.
Nun kann man spekulieren, ob der Landkreis dahinter steht oder nicht. Wohl eher nicht, lässt sich Helbings Worten entnehmen. Denn mit Einrichtungen in Eilenburg und Delitzsch ist die Region offenbar gut versorgt. Schließlich hatte der Kreis nicht zuletzt auf Grund mangelnder Schülerzahlen das Albert-Schweitzer-Gymnasium in Bad Düben dicht gemacht. Sachsens Kultusminister Roland Wöller (CDU) habe den Machern in Bad Düben bereits vor mehr als einem Jahr eine "klare Absage" erteilt, so Helbing weiter. "Wir haben ein Konzept und arbeiten auch noch fleißig daran", erklärte er und verriet, welche Ausrichtung die neue Bildungsstätte haben könnte. Helbing sprach von einem "Spezialgymnasium" in freier Trägerschaft mit technischer Ausrichtung und abgestimmt auf die Bedürfnisse der Wirtschaft. Die suche nach Absolventen auf dem technischen Sektor. "Uns ist klar, dass die Schülerzahlen aus unserer Region nicht ausreichen werden. 35 Prozent der Schüler müssen von auswärts kommen. Deshalb soll es ein Gymnasium mit Internat werden", so Helbing weiter. Und ihm sei auch klar, dass in Sachen Finanzierung die öffentliche Hand kaum einspringen werde. "Wir müssen andere Wege gehen. Auch da sind wir dran."
Für Sachsen könnte so ein Gymnasium durchaus Pilotcharakter haben. "Wir müssen etwas tun, sonst entwickelt sich die Heide wie vor 400 Jahren und wir haben nur noch Korbmacher hier." Helbing ist sich sicher: "Wenn man etwas wirklich will, bekommt man das auch hin." Da könnte was dran sein, zumindest für Bad Düben. Denn kurz nach der Wende hat es die Stadt auch geschafft, ein Gymnasium zu eröffnen, obwohl das nie vorgesehen war.