Kreisgebiet. Mal eben vom Frühstückstisch aufstehen, sich kurz aufs Rad schwingen oder zu Fuß zur Arbeit? Diese Zeiten sind längst vorbei, belegen Zahlen des Statistischen Landesamtes Sachsen. Für den Job geht es mal mehr, mal weniger weit hin und her. Bis nach Bayern oder an die Küste verschlägt es die nordsächsischen Berufspendler, wobei die Statistiker nicht erfassen, ob denn nun tatsächlich täglich - beim Arbeiten in Leipzig oder dem benachbarten Sachsen-Anhalt gut vorstellbar - oder von Wochenende zu Wochenende gependelt wird.
Klar aber ist: Die Zahl der Auspendler ist seit Jahren höher als die der Einpendler. Genau 21980 Personen (Stichtag 30. Juni 2010) kommen nach Nordsachsen zum Arbeiten, mehr als ein Drittel von ihnen sind Männer. 21426 Einpendler waren es noch zum Stichtag 30. Juni 2009.
Aus Nordsachsen raus dagegen führt zum Stichtag 30. Juni 2010 immer mehr Berufstätige der Weg zur Arbeit: 33612 Personen zieht es aktuell fürs Geldverdienen weg, der Großteil von ihnen ist ebenfalls männlich. 33417 Auspendler waren es noch ein Jahr zuvor. Typisch für eine Region, die insgesamt nur wenige Großunternehmen beziehungsweise einen geringeren Anteil von Industriearbeitsplätzen vorzuweisen hat. Als Pendler erfasst werden die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten wie Auszubildende und Arbeitnehmer, die in der gesetzlichen Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung versichert sind.
Vor allem zwischen den benachbarten Kreisen, zwischen Sachsen und Sachsen-Anhalt und rund um Leipzig führt deren Reise für den Job. Ein Drittel der Einpendler nach Nordsachsen kommt aus der Messestadt, wohin hingegen rund 15000 Nordsachsen für ihren Job reisen. Aus dem Saalekreis und dem Landkreis Wittenberg verschlägt es jeweils rund 1000 zum Arbeiten ins TDO-Gebiet.
Auch die Städte im Kreisgebiet sind beliebte Pendlerziele. Von den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Eilenburg kommen genau 2763 als Pendler zum Arbeiten. 3447 Pendler zieht es dagegen raus aus der Muldestadt. Fast die Waage halten sich Ein- und Auspendler in Bad Düben: 1691 kommen hinein, raus aus der Stadt führt der Arbeitsweg 1766 Menschen.
Spitzenreiter der Pendelei im Kreisgebiet ist Delitzsch: Mehr als 3600 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte kommen zum Arbeiten in die Loberstadt, mehr als 5700 der Delitzscher Werktätigen verlassen die Stadt zum Arbeiten. Rund 1400 von ihnen bleiben immerhin in Nordsachsen, 2100 arbeiten in Leipzig.