11. Februar 2011 Frank Lehmann; Frank Pfütze (Leipziger Volkszeitung)

Hintergrund: Starke Wurzeln geschlagen

Bundesprojekt zur Gesundheitsförderung in Kitas endet erfolgreich

Kreisgebiet. Das Bundesprojekt Starke Wurzeln endet nach anderthalb Jahren. Es beinhaltete Maßnahmen in Kindertagesstätten aus fünf Handlungsfeldern des sächsischen Gesundheitsziels "Gesund aufwachsen" - Bewegungsförderung, gesunde Ernährung, Erzieherinnengesundheit, Lebenskompetenzförderung und Strukturentwicklung. 160 Erzieherinnen und 1800 Mädchen und Jungen haben teilgenommen.
"Das Projekt ist ein Baustein für die Gesundheitsförderung unserer Kinder. Wir haben es zum Strukturaufbau genutzt. Nun kommt es darauf an, Nachhaltigkeit zu erzielen. Da setzen wir auf Eigenverantwortung in den Einrichtungen, die sich beteiligt haben. Für alle anderen wollen wir die Erfahrungen übertragen und Ideen weitergeben", sagte Brit Gruhne vom Gesundheitsamt des Landkreises und praktische Projektleiterin. Das Projekt endet, "doch eine Fortführung und Weiterentwicklung scheinen so gut wie sicher", stellte Dagmar Jenschke vom sächsischen Kultusministerium in ihrer Ansprache klar. Sie gab das Ziel aus, ein Anschlussprojekt zu kreieren. "Die in das gut funktionierende Netzwerk getätigten Investitionen sollten gewinnbringend eingesetzt werden", forderte sie. In diesem Zusammenhang richtete sie ganz speziell ihren Dank an Brit Gruhne, die einen gewaltigen Anteil am Erfolg des Projektes habe.
Eine weitere Sensibilisierung für die Gesundheitsförderung über die 22 teilnehmenden Kindertagesstätten hinaus ist gelungen, lautet ein wesentliches Fazit. Schließlich wurde den Kindern ein Mehr an Selbstbestimmung ermöglicht, wurden sie zur Stärkung der Gesundheit befähigt, was auch für die Erzieherinnen und Erzieher gilt. Aus deren Reihen wurde immer wieder der Dank darüber geäußert, dass man sich erstmals überhaupt mit Aufmerksamkeit ihren gesundheitlichen Problemen widmete. Nicht nur die Stressbewältigung spielte dabei eine Rolle. Angesichts der demografischen Entwicklung, ist solchen Fragen wie Gruppenstärke, Betreuungszeit und Stärkung der Gesundheit künftig noch größere Aufmerksamkeit zu schenken.
Sehr deutlich wurde im Rahmen der Abschlussveranstaltung in Torgau, wie gewinnbringend das Projekt für alle Seiten war. Die Zielgruppe der Mädchen und Jungen wurde kindgerecht mit gesundheitsbewussten Verhaltensweisen an die drei Themenschwerpunkte der Bewegungsförderung, der gesunden Ernährung und Lebenskompetenz herangeführt.
Das Ernährungsverhalten der Kinder wurde optimiert, ihr Wunsch nach aktiver Bewegung gestärkt. Auch die Eltern zeigten sich sehr interessiert, nahmen freiwillig an speziellen Kursen teil. Für jede teilnehmende Kindertagesstätte konnte ein spezielles Konzept entwickelt werden. Hier, wie im gesamten Projekt, erwies sich die Zusammenarbeit mit dem Institut und der Poliklinik für Arbeits- und Sozialmedizin der Technischen Universität Dresden sowie dem Lehrstuhl für Pädagogische- und Rehabilitationspsychologie der Uni Leipzig sowie den Mitarbeitern des Landratsamtes als Erfolgsfaktor.

Das Projekt stellt einen Beitrag für die Prävention von Fehlernährung, Bewegungsmangel, Übergewicht und die damit zusammenhängenden Krankheiten dar. Partner waren die Technische Universität Dresden als wissenschaftliche Projektleitung, die Universität Leipzig und das Landratsamt Nordsachsen. Folgende 22 der 148 Kita des Landkreises Nordsachsen haben teilgenommen: Bummi-Kneipp-Kita, Eilenburg, Hort "Dr. Belian", Eilenburg, Hort "Mühlenmäuse", Authausen, Kita "Anne Frank", Delitzsch, Kinderhaus Montessori, Torgau, Kinderhaus Schönnewitz, Kita "Biberburg", Trossin, Kita "Börlner Spatzen", Dahlen, Kita "Dreikäsehoch", Zschepplin, Kita "Flohkiste", Hohenprießnitz, Kita "Grashüpfer", Schweta, Kita "Heinzelmännchen", Eilenburg, Kita "Kinderhaus am Regenbogen", Kossa, Kita "Kuschelkiste", Naundorf, Kita Mahlis, Kita "Pusteblume", Salbitz, Kita Rackwitz, Kita "Rolandspatzen", Belgern, Kita "Sonnenschein", Mockrehna, Kita "Sputnik", Torgau, Kita "Wirbelwind", Pressel, Kita "Zwergenhaus", Schöna.