Kreisgebiet (red). Die Landesdirektion Leipzig (LD) gibt des Startschuss für das Mammutprojekt an der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt und lässt den vorzeitigen Baubeginn für drei Abschnitte der ersten Polderplanung im Freistaat Sachsen zu. Die Behörde teilte gestern mit, dass sie die baulich vorgezogene Umsetzung der Lose VI (Deich Bad Düben - Hohenprießnitz im Bereich der Profiroll Technologies GmbH), des Loses XVIII (Hochwasserschutzanlage Wellaune) und des ersten Abschnitts des Loses V (Ringdeich Schnaditz, Bereich eines Einzelgehöftes) im Rahmen des Gesamtvorhabens "Einrichtung des gesteuerten Polders Löbnitz" beschieden hat.
Die zugelassenen Abschnitte schützen vor Hochwasserereignissen, wie sie statistisch alle 100 Jahre auftreten. Das Planfeststellungsverfahren, welches für das Gesamtvorhaben Baurecht schafft, befindet sich in der abschließenden Bearbeitungsphase. Der das Verwaltungsverfahren abschließende Planfeststellungsbeschluss wird noch in diesem Jahr erwartet.
Das Verfahren gilt laut LD als wichtiges Projekt für den Hochwasserschutz im Freistaat Sachsen. Mit dem Vorhaben wird der Hochwasserschutz für den Gewässerabschnitt der Vereinigten Mulde bis zur Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt langfristig und nachhaltig sichergestellt. Gleichzeitig wird mit der Realisierung des Vorhabens dafür Sorge getragen, dass eine Abströmung von Hochwasser in Richtung Sachsen-Anhalt über die Goitzsche und den Lober-Leine-Kanal, wie im August 2002 verhindert wird.
Planmäßig soll die bauliche Umsetzung des Gesamtprojektes Polder Löbnitz ungefähr vier Jahre andauern. Die LD stehe in engem Kontakt mit dem Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt, das die zuständige Behörde für die Zulassung des Loses II des Polders Löbnitz (sachsen-anhaltische Seite an der Alten Mulde bei Fluss-Kilometer 60) und des Polders Rösa ist. Notwendige Abstimmungen fänden kontinuierlich statt.