Wermsdorf (lga). Die Kosten für den Ausbau des Breitbandnetzes in der Gemeinde Wermsdorf erhöhen sich erheblich. Grund dafür ist eine größere Wirtschaftlichkeitslücke für das ausbauende Unternehmen, die Investitionskosten sind also wesentlich höher als die zu erwartenden Einnahmen. So beträgt die Deckungslücke statt 172 000 Euro nun rund 353 500 Euro. Zur jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat die Finanzierung der Mehrkosten beschlossen und den Auftrag für den Ausbau an die Telekom vergeben. Die Gemeinde beteiligt sich mit einem Eigenanteil von rund 37 000 Euro am förderfähigen Ausbau, 20 000 Euro mehr als geplant. Die Summe wird aus der Rücklage entnommen. Das Vorhaben, zehn Ortsteile mit schnellerem Internet zu versorgen, wird zu 90 Prozent über das Förderprogramm Integrierte Ländliche Entwicklung (Ile) gefördert. Die Gemeinde hat beantragt, die Mittel um rund 162000 Euro auf 317 000 Euro zu erhöhen. Mitglieder des regionalen Entscheidungsgremiums - kurz REG - beraten in der kommenden Woche über die Anträge der Kommunen und geben sie bei positivem Bescheid weiter an die Bewilligungsbehörde, das Landratsamt Nordsachsen.
Die Telekom war der einzige Bieter im Ausschreibungsverfahren. Bürgermeister Matthias Müller (CDU) vermutet, dass damit auch die höheren Kosten zusammenhängen. "Das Unternehmen agiert bei den Ausschreibungen zum Breitbandausbau im wesentlichen allein, das schlägt sich auch in den Preisen nieder." Die Zahlen seien allerdings geprüft worden und plausibel. Müller betonte zudem, dass die Gemeinde nicht auf Funktechnik setzen wolle, sondern auf Glasfaserkabel, "um die Funkbelastung so gering wie möglich zu halten".
2010 hatte das Telekommunikationsunternehmen zwei Angebotspakete mit zwei Breitbandtechnologien abgegeben. Für die Ortsteile Luppa, Calbitz, Malkwitz, Collm und Lampersdorf war eine Breitbandversorgung durch die neue Mobilfunktechnik LTE (Long Term Evolution) vorgesehen. Doch nach einer vertiefenden Planung, so steht es in der Beschlussvorlage, stellte das Unternehmen fest, dass es die angebotenen Leistungen nicht erbringen kann. Mit dem Nachtragsangebot erhöhte sich die Wirtschaftlichkeitslücke um rund 182000 Euro.
Hauptamtsleiter Lutz Abitzsch informierte während der Sitzung, dass die Telekom plant, den Ausbau innerhalb eines Jahres nach Auftragsvergabe umzusetzen. So könnten die Ortsteile im zweiten Quartal 2012 auf schnelleres Internet zugreifen.