23. März 2011 Thomas Steingen (Leipziger Volkszeitung)

Im Jobcenter ist Packen angesagt

Delitzscher Behörde im Umzugsstress / Morgen rücken im Schäfergraben die Möbelwagen an


Delitzsch. Die Delitzscher Außenstelle des Jobcenters Nordsachsen zieht vom Schäfergraben in die Richard-Wagner-Straße um. Für eine Behörde in dieser Größenordnung eine gewaltige organisatorische Herausforderung. Deshalb ist das Center ab Donnerstag 12 Uhr geschlossen.
Seit der Kreistagsentscheidung im Juli vergangenen Jahres ist der Umzug des Jobcenters, das für den Bereich Delitzsch/Eilenburg zuständig ist, beschlossene Sache. Sparzwänge im Kreishaushalt sind Hintergrund dafür, dass der auslaufende Mietvertrag für die Gebäude im Schäfergraben nicht verlängert wird (wir berichteten). Deshalb zieht die Behörde an diesem Wochenende in das kreiseigene HausC des Landratsamtes in der Delitzscher Richard-Wagner Straße. Dieses Gebäude steht dem Jobcenter fortan komplett zur Verfügung.
In den zurückliegenden Wochen und Monaten ließ die Kreisverwaltung das Haus dafür leer räumen, renovieren und umbauen. Daten- und Telefonleitungen wurden verlegt sowie neue Server installiert. "Das sind Voraussetzungen, dass wir nach dem Umzug ab Montagmorgen erreichbar sind und arbeiten können", sagt Frank-Roland Lehnert, stellvertretender Geschäftsführer des Jobcenters und Bereichsleiter für Delitzsch/Eilenburg. Heute gelte es am neuen Standort noch das Leitsystem (Übersichtstafeln) und das vom Landratsamt unabhängige Schließsystem zu installieren. Seit etwa einem halben Jahr laufen die Planungen für den Umzug.
Im Schäfergraben waren gestern die Mitarbeiter noch fleißig beim Packen der Umzugskisten. "Morgen Mittag muss alles verstaut sein, denn dann kommt das Umzugsunternehmen und beginnt von oben das Haus leer zu räumen, um Mobiliar, Computer, Drucker, Kopierer, Dokumente und Arbeitsutensilien abzutransportieren", so Lehnert weiter. Ab 12 Uhr wird auch das Kommunikationssystem abgeschaltet. Ebenfalls der Kassenautomat müsse abgebaut und am neuen Standort wieder aufgestellt sowie angeschlossen werden, sodass Auszahlungen ab Montag möglich sind.
Einige Zahlen verdeutlichen das Ausmaß des Umzuges. So mussten laut Lehnert im Schäfergraben allein aus der Leistungsbearbeitung 35000 Akten per Hand aus dem Archiv gezogen, in Kisten verpackt und in der Richard-Wagner-Straße wieder in die sogenannten Zippelschienen eingehangen werden. Seit vergangener Woche werden diese Dokumente in rund 700 Kartons verpackt und zum neuen Standort transportiert. Bis morgen hätten die Mitarbeiter nun noch Zeit, um die restlichen Akten wie Schriftverkehr, Anweisungen, Gesetzestexte, Dienstleistungskataloge sowie andere Unterlagen für die tägliche Arbeit zu verstauen. Dafür würden noch einmal schätzungsweise 600 Umzugskartons benötigt. Das Verpacken geschehe neben der täglichen Tätigkeit und nach Feierabend, so der Bereichsleiter.
Die Mitarbeiter der Widerspruchsabteilung und des Träger-/Leistungsteams arbeiten schon seit Mitte Februar in der Richard-Wagner-Straße. "Ihr Umzug hat gut funktioniert, sodass wir hoffen, dass auch der Rest planmäßig läuft", sieht Lehnert dem Ganzen gelassen entgegen.
Im neuen Domizil in der Richard-Wagner-Straße gibt es genügend Parkplätze und mit dem Bus ist das Center ebenfalls gut erreichbar. Ein Vorteil sei, dass künftig alle Mitarbeiter nicht mehr auf drei Gebäude verteilt seien, sondern zentral in einem untergebracht werden. Für sie wie für die Kunden bedeute der Umzug natürlich auch eine gewisse Umgewöhnung, so Lehnert.