Nordsachsen (TZ). Auf Grundlage der aktuellen Diskussionen um den Ausbau der Bundesstraße B 87 weist die Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Leipzig im Vorfeld der Sitzung des Planungsausschusses des Regionalen Planungsverbandes Westsachsen am 3. März 2011 in einer Pressemitteilung wiederholt auf die herausragende Bedeutung dieses Straßenbauvorhabens für die weitere wirtschaftliche Entwicklung in der Region hin. „Es besteht die dringende Notwendigkeit für die Realisierung dieses Straßenbauvorhabens. Das Verfahren zur Teilfortschreibung „B 87n“ des Regionalplans muss zügig fortgeführt werden, um das Raumordnungsverfahren nicht zu gefährden. Von Seiten des Bundes erwarten wir ein klares Bekenntnis zum vierspurigen Ausbau B 87, so wie auch im Bundesverkehrswegeplan vorgesehen“, so Wolfgang Topf, Präsident der IHK zu Leipzig.
Die Bundesautobahnen BAB 9, BAB 14 und BAB 38 und künftig die BAB 72 decken die westliche, nördliche und südliche Verkehrserschließung ab. Eine direkte östliche Achse fehlt im System der überregionalen Straßennetze und stellt eine entscheidende Infrastrukturlücke dar. Da eine Vielzahl der unternehmerischen Aktivitäten der Region auf die Märkte im Osten Europas ausgerichtet ist, benötigt die Verkehrsachse Leipzig – Cottbus/Frankfurt (Oder) dringend eine Aufwertung. Nur so kann die regionale Erschließung von Standorten wie zum Beispiel Eilenburg, Torgau und Herzberg wesentlich verbessert werden. Insbesondere die Unternehmen des Raumes Torgau/Oschatz sind auf ein leistungsfähigeres Verkehrsnetz angewiesen, denn sie benötigen derzeit mehr als eineinhalb Stunden, um die nächste Autobahnanschlussstelle zu erreichen. Die beträchtlichen Zeitdistanzen zu den Oberzentren der Region sind ferner ein klarer Wettbewerbs- und Standortnachteil.
Die B 87 in ihrer jetzigen Form kann die Anforderungen der regionalen Wirtschaft auf Dauer nicht mehr erfüllen. Dies belegen auch die Ergebnisse der aktuellen Studie der renommierten PTV Planung Transport Verkehr AG Dresden im Auftrag der IHK Cottbus. Demnach würde mit einem Ausbau der B 87 die Verbindung zwischen den Oberzentren Leipzig, Frankfurt (Oder) und Cottbus gestärkt. Gegenüber der heutigen Ausbauqualität verringert sich die Reisezeit im Falle einer vierspurigen Bundesstraße B 87 zwischen Leipzig und Frankfurt (Oder) um mehr als eine Stunde auf etwa zwei Stunden und 20 Minuten. Sowohl der Transitverkehr als auch der Regionalverkehr profitieren von der schnellen Verbindung. Die Reisezeiteinsparungen zwischen den Mittelzentren Eilenburg, Torgau, Herzberg, Lübben und Beeskow betragen durchschnittlich 15 Prozent.
Die IHK zu Leipzig vertritt die Gesamtinteressen von circa 65 000 kammerzugehörigen Unternehmen im Kammerbezirk Leipzig. In allen Unternehmenslagen, von Gründung über Expansion und Krisenbewältigung bis hin zur Nachfolgeregelung, ist die IHK erster Ansprechpartner für Industrie und Bau, Handel, Verkehr und Logistik, Dienstleistungen sowie Gastronomie und Tourismus. Sie setzt sich für einen gesunden und zukunftsfähigen Wirtschaftsraum ein und versteht sich deshalb nicht nur als praxisorientierter Unternehmensdienstleister, sondern auch als kritischer Partner der Politik.