10. März 2011 Frank Pfütze (Leipziger Volkszeitung)

Initiative für mehr Berufsabschlüsse

Heute Fachworkshop auf der Roten Jahne / Vorbereitung der Ausbildungsmesse


Kreisgebiet. Der Landkreis Nordsachsen hat im Rahmen des Bundesprogramms "Perspektive Berufsabschluss" den Zuschlag für ein Regionales Übergangsmanagement (RÜM) erhalten. Damit stehen dem Landkreis neue Ressourcen zur Verfügung, das Übergangsgeschehen von Jugendlichen in das Arbeitsleben zu fördern.
Das RÜM hat sich vor allem das Thema Ausbildung in seiner gesamten Bandbreite auf die Fahnen geschrieben. Der Anteil von Jugendlichen und jungen Erwachsenen ohne beruflichen Abschluss soll dauerhaft gesenkt werden. In Nordsachsen gibt es aktuell 1517 arbeitslose Jugendliche unter 25 Jahre und 3131 Personen ohne Berufsausbildung. Das Wirkungsfeld soll so gestaltet werden, dass es durch vernetztes Agieren eine Bündelung der Aktivitäten erreicht und nachhaltige Strukturen schafft, von denen alle profitieren.
"Schwerpunkte sind die Vernetzung aller Akteure, die sich mit dem Thema Ausbildung befassen. Dazu gehört auch die Wirtschaft und natürlich die Zusammenarbeit mit unseren langjährigen Partnern aus der Arbeitsagentur und den Kammern. Wir wollen Jugendlichen helfen, den Übergang von der Schule in die Ausbildung zu schaffen, ohne sie dabei an die Hand zu nehmen. Wir arbeiten Stärken und Schwächen heraus aber auch Angebote und Nachfragen", sagte Projektleiterin Germaine Schleicher.
Die RÜM-Mitstreiter erstellen aber auch Profile von Betrieben und bieten Übersichten an, auf denen erkenntlich ist, wo was möglich ist, wo beispielsweise welche Landwirtschaftsberufe angeboten werden. Und auch die Ausbildungs-Abbrecher sind ein Thema.
Der Arbeitskreis Schule-Wirtschaft (AKSW) ist eine Initiative des RÜM. Dieser bereitet beispielsweise die Ausbildungsmesse (10. September im Berufsschulzentrum Delitzsch) vor. Bereits heute lädt das RÜM zu einem Fachworkshop (13.30 bis 16.30 Uhr) in das Berufliche Schulzentrum Eilenburg auf die Rote Jahne (Gemeinde Doberschütz) ein. Thema sind dann unter anderem die Ergbnisse des Jugendworkshops "Strategien zur Vermeidung von Jugendarbeitslosigkeit". Schleicher und Co. ermutigen alle Interessierten, mit Experten im Bereich der Berufs- und Studienorientierung sowie der Bildungsförderung zu diskutieren. In einer anschließenden Diskussion stehen die Akteure mit ihren Zielen und Aufgaben im Mittelpunkt, um gemeinsame Strategien und Aufgabenpakete für die Region abzuleiten.
Zur Ausbildungsmesse im September rechnen die Veranstalter (Landkreis, Agentur für Arbeit und Kammern) mit 80 teilnehmenden Unternehmen und 600 Besuchern. "Wir wollen Berufsschulzentren als Partner der Ausbildung stärker in den Mittelpunkt rücken. Dazu sollen vor allem mehr Veranstaltungen mit den Ausbildungsbetrieben stattfinden. Die nächste findet beispielsweise am 26. Mai unter der Überschrift ,Handwerk trifft ...' statt. Erstmalig präsentieren sich in diesem Jahr alle fünf Berufsschulen des Landkreises auf der Messe", so Schleicher.