17. Januar 2011 Frank Pfütze (Leipziger Volkszeitung)

Innenminister besucht Rettungsleitstelle

Landkreis kämpft um die Erhaltung des Standortes Delitzsch

Delitzsch. Der sächsische Innenminister Markus Ulbig (CDU) und Landespolizeipräsident Bernd Merbitz besuchten am Freitagabend überraschend die Delitzscher Rettungsleitstelle. Die Aktion wurde erst am Vormittag in Dresden organisiert, als Nordsachsens Landrat Michael Czupalla (CDU) zu einem Vier-Augen-Gespräch bei Ulbig weilte. Czupalla sprach danach von einem "konstruktiven Treffen" in dem es unter anderem um die Leitstelle ging. Ulbig besuchte am Freitag verschiedene Polizeireviere in Sachsen, unter anderem auch in Delitzsch. Spontan habe ihn Czupalla in die Rettungsleitstelle eingeladen und das Thema Umzug noch einmal thematisiert. "Ich habe dem Minister wiederholt unseren Standpunkt vermittelt, dass es unverantwortlich ist, diese funktionierende Leitstelle aufzugeben. Unverantwortlich mit Blick auf die Kosten und die Leistungen. Wir haben eine bestens funktionierende Einheit. Ich habe den Minister gebeten, sich davon zu überzeugen. Wenn wir nach Leipzig umziehen müssen, kostet uns das viel Geld, das wir nicht haben. Zudem sind die jährlichen Unterhaltungskosten in Leipzig 100000 Euro höher als in Delitzsch", so der Landrat.
In der Leitstelle wurde dem Minister unter anderem ein aktuelles Bild von der Hochwasserlage an Mulde und Elbe vermittelt. Ulbig ließ sich die technische Leistungsfähigkeit demonstrieren, insbesondere die GPS-Fahrzeugkennung im Rettungswesen und Feuerwehrbereich. Die GPS-Ortung ermöglicht, genau zu verfolgen, wo sich die Fahrzeuge befinden. Bei eingehenden Notrufen ist so bereits optisch zu erkennen, welches Fahrzeug am schnellsten eingesetzt werden kann. "Der Minister hat eine perfekte Leitstelle erlebt und gesehen. Wir sind froh über den Besuch und nun voller Hoffnung", sagte Dezernentin Angelik Stoye danach.