Nordsachsen. Am 15. Juni verabschiedete der Kreistag eine Neufassung der Entgelte für den Besuch der beiden nordsächsischen Kreismusikschulen. Diese trat am 1. August in Kraft. Darüber, ob diese Erhöhung einen Rückgang der Schülerzahlen zur Folge hatte und wo derzeit die Schwerpunkte der Arbeit liegen, informiert die Leiterin der Torgau-Oschatzer Kreismusikschule "Heinrich Schütz" Elvira Dreßen im OAZ-Interview.
Frage: Im Vergleich zu Delitzsch fiel die Erhöhung bei Ihnen deutlicher aus. Hatte dies Auswirkungen auf die Schülerzahlen? Elvira Dreßen: Wir haben aufgrund der Entgelterhöhung verschwindend wenig Abmeldungen. Bei 1300 Schülern waren dies lediglich acht. Das ist äußerst erfreulich. Wenn etwas teurer wird, ist der Aufschrei zumeist riesengroß. Warum nicht bei der Kreismusikschule "Heinrich Schütz"? Weil ich glaube, dass die Eltern wissen, was ihre Kinder für das Geld bekommen. Ohnehin darf nicht vergessen werden, dass wir sachsenweit mit Abstand die geringsten Entgelte hatten. Die Einsicht war also da? Besonders die vorangegangenen Gespräche mit den gewählten Elternvertretern haben, so denke ich, dazu beigetragen. Beruhigend waren auch Anrufe von Eltern, die sich wunderten, dass es überhaupt Diskussionen über die neuen Entgelte gibt. Zudem muss berücksichtigt werden, dass wir mit der neuen Entgeltordnung Möglichkeiten geschaffen haben, die einen flexiblen Unterricht ermöglichen. Flexibel? Das jetzt geltende Tarifsystem sieht beispielsweise einen vergünstigten Entgeltsatz vor, wenn sich die Schüler nach bestimmten Richtlinien ausbilden lassen. Leistung soll sich lohnen. Lohnen soll sich wohl auch die Zusammenlegung der beiden Kreismusikschulen. Sie werden gar als künftige Chefin gehandelt ... Dazu kann ich momentan nichts sagen. Zumal der Kreistag ja noch gar nichts beschlossen hat. Gesetzt den Fall, die beiden Schulen würden tatsächlich zusammengelegt: Wie beurteilen Sie einen solchen Schritt aus Sicht Ihrer derzeitigen Position? Wichtig wäre, dass beide Standorte ihre jeweiligen Profile behalten. Gewachsene Strukturen dürfen nicht einfach zerstört werden. Eine Zusammenlegung brächte natürlich den Vorteil, dass Vorzüge beider Profile miteinander kombiniert werden könnten. Welche Profile sind dies? Torgau-Oschatz ist stark in der Breite orientiert, bemüht sich intensiv um die Einbindung der Schulen im ländlichen Raum. Stichwort Klassenmusizieren. Hier gibt es im Übrigen keine Erhöhung. Der Satz liegt pro Kind nach wie vor bei 120 Euro im Jahr. In Delitzsch gibt es hingegen eine etwas andere Klientel. Hier wird im Vergleich zu uns noch stärker auf den Einzelunterricht gesetzt. Sie erwähnten das Klassenmusizieren. Wie sieht es diesbezüglich in diesem Jahr aus? Insgesamt zählen wir etwa 150 Schüler aus den Mittelschulen und dem Torgauer Gymnasium. Speziell beim Gymnasium möchte ich betonen, dass hier die im vergangenen Schuljahr gegründete JWG-Band unter Leitung von Henning Plankl auch in diesem Jahr weitergeführt werden soll. Interessenten sind jederzeit willkommen. Was ist mit den Grundschulen? Etwa 100 Jungen und Mädchen werden hier über die Ganztagsangebote und dem Programm "JEKI - Jedem Kind ein Instrument" in Form von musikalischer Grundausbildung und Klassenmusizieren profitieren. Welcher Kurs steht in der Musikschule "Heinrich Schütz" diesmal besonders hoch im Kurs? Wie in jedem Jahr geht bei der Gitarre nichts mehr. Hier sind alle Stunden schon vergeben. Für alle übrigen Instrumente nehmen wir noch Anmeldungen entgegen. Besonders für die Jüngsten sind noch Plätze im "Musikgarten" frei. Gespräch: Christian Wendt