Kreisgebiet. Kreisjugendfeuerwehrwart Jens Graul hat das Handtuch geworfen. Jetzt sind die 43 Jugendfeuerwehren im Landkreis Nordsachsen führungslos. Der Grund für die Entscheidung: Unstimmigkeiten im Vorstand und mit dem Kreisverband (wir berichteten). Der werfe Graul Untätigkeit vor. Das Ergebnis: Jetzt muss es Neuwahlen geben.
Jens Graul ist verbittert. Seit drei Jahren habe er das Amt inne und habe alles im Griff gehabt. Er sei verantwortlich gewesen für die jährlichen Zeltlager und Kreisjugendfeuerwehr-Wettkämpfe. "Das hat alles geklappt", schätzt er selbst ein.
"Ich habe am 19.Januar meine fristlose Kündigung von der Freizeitstätten GmbH bekommen. Das hat mich sehr mitgenommen. Genau an diesem Tag hatten wir eine Vorstandssitzung, und ich habe völlig ohne Plan daran teilgenommen. Meine Probleme haben nicht wirklich jemanden interessiert", sagt er gegenüber der LVZ. Er habe das Misstrauen gespürt und deshalb das Amt abgegeben und zwar "aus persönlichen und gesundheitlichen Gründen". Außerdem hat er die Feuerwehr gewechselt. Jens Graul gehört jetzt zu den Kameraden der Schwe- taer Wehr.
Frank Reichel vom Kreisfeuerwehrverband Nordsachsen sieht das anders. "Es ist wirklich nichts mehr gelaufen. Für das jüngste Zeltlager hat er vergessen, Fördermittel zu beantragen, Jens Graul hat nicht an Versammlungen teilgenommen beziehungsweise sich kurz zuvor krank gemeldet. Ein anderes Mal sprach er gerade mal zehn Minuten zu den Jugendwarten. Die kommen immerhin extra aus dem gesamten Landkreis. So geht das nicht", erklärt dazu Frank Reichel. Er bedauert auch, dass Jens Graul keine Hilfe angenommen habe.
"Nach Ostern wird aus der Kreisjugendleitung kommissarisch ein Leiter benannt. Gleichzeitig bereiten wir Neuwahlen vor. Die sollten zeitnah durchgeführt werden, damit es wieder ordentlich weitergehen kann", kündigt Reichel an, der die Arbeit der Kreisjugendleitung lobt.