25. März 2011 Olaf Barth (Leipziger Volkszeitung)

Keine Bonusliste für Nachtflugregelung

Fluglärmkommission lehnt Antrag der Stadt Leipzig mehrheitlich ab

Schkeuditz. Die Kommission zum Schutz gegen Fluglärm und Luftschadstoffe für den Flughafen Leipzig/Halle, kurz Fluglärmkommission (FLK), tagte in Schkeuditz. Über den Inhalt des nichtöffentlichen Treffens der 22 Mitglieder informiert der Kommissionsvorsitzende Manfred Heumos in einer offiziellen Pressemitteilung.
Darin heißt es unter anderem, dass die Kommission nach intensiver Diskussion "Anträge zur Anwendung der Bonusliste für Nachtflugregelungen am Flughafen Leipzig/Halle die Kommission mehrheitlich ablehnte". Allerdings habe sich das Gremium darauf verständigt, per Beschluss in seiner nächsten Sitzung (turnusmäßig im Herbst) DHL mit einem Auftrag in die Pflicht zu nehmen. Das Frachtflug-Unternehmen soll gegenüber der Genehmigungsbehörde, also der Landesdirektion, eine "bindende Selbstverpflichtung zur Ablösung lauter Fluggeräte" abgeben. Ein Zeitraum für diese Ablösung wurde nicht genannt.
Ein weiterer Antrag der Stadt Leipzig ging ebenfalls nicht durch, wurde vielmehr von deren Vertreterin nach Aufforderung zur Präzisierung des Antrages zurückgezogen und soll nach erneuter Vorlage beraten werden. Dabei ging es um Punkte aus einem Stadtratsbeschluss vom 19. Januar, der Forderungen nach Verbesserungen des aktiven Lärmschutzes am Flughafen zum Inhalt hatte, zum Beispiel lärmoptimierte An- und Abflugrouten, Anflugwinkel, Einsatz von Schleppfahrzeugen in der Nacht und verbesserte Lärmschutzwände. Das konkrete Abstimmungsverhalten der verschiedenen Interessensvertreter ist nicht Gegenstand der Pressemitteilung. Ein Antrag der Stadt Halle zur Änderung der Flugrouten wurde laut Heumos als Prüfauftrag an die Deutsche Flugsicherung weitergegeben.
Der Tüv Süd München habe in einem umfassenden Bericht über die in dem DHL gegenüberliegenden Schkeuditzer Stadtteil Papitz voriges Jahr durchgeführten Luftschadstoffmessungen informiert. Bei allen gemessenen Parametern seien keine Grenz- und Richtwerte überschritten worden. Eine Gesundheitsgefährdung könne ausgeschlossen werden. Informiert wurde auch über die Auswertung der Fluglärmmessungen bei stationären und mobilen Einsatzorten. Die allgemeine Aussage: keine Auffälligkeiten.
Zuletzt standen solche Stationen unter anderem in Radefeld, Wiederitzsch, Böhlitz-Ehrenberg und Markkleeberg-Wachau. Die neuen Orte für mobile Messstellen sollen nun Zwochau, Zöschen und Lützschena sowie später noch einmal Freiroda sein.
Im Internetportal des Deutschen Fluglärmdienstes gingen von November 2010 bis März 2011 von rund 300 Personen 30044 digitale Beschwerden ein. Die Stabsstelle Umwelt/Lärmschutz habe 326 direkte Beschwerden registriert, teilte Heumos mit.