Kreisgebiet. Normalerweise haben Fuß- und Handball recht wenig miteinander gemeinsam. Zurzeit lassen sich dennoch einige Parallelen bei den höherklassigen Mannschaften der Region beobachten - es kriselt hier und da. Der Klassenerhalt wird zur Geduldsfrage.
Die Sachsenliga-Handballer des NHV Concordia Delitzsch stehen am Tabellenende, gleiches gilt für die Bezirksliga-Fußballer des FSV Krostitz, eine Klasse darunter ist der SV Zschepplin Vorletzter. Doch während in Zschepplin Spielertrainer David Rößler sein Amt freiwillig aufgab und durch den wohlbekannten Helfried Krause ersetzt wurde, vertrauen die beiden anderen Teams ihren Mannen an der Seitenlinie.
Beim NHV ist das Matthias Albrecht, der mit einer A-Jugend-Truppe bisher jedes Spiel gegen die gestandene Sachsenliga-Konkurrenz verlor. Dennoch bleibt er zuversichtlich, glaubt an den Klassenerhalt: "Es sind erst sechs Partien gespielt. Wenn wir unser Können abrufen, kommen auch die Siege." Am Sonntag bietet sich dazu die nächste Gelegenheit, wenn die Loberstädter beim Drittletzten HVH Kamenz auflaufen.
Einen Tag vorher erwartet die Kicker aus Krostitz in Torgau (Tabellenvierter) eine nicht eben leichte Aufgabe. "Wir müssen auch dort etwas Zählbares holen. Wir können das Punkten nicht mehr länger verschieben", weiß Trainer Sven Roos. In den letzten beiden Partien überzeugte sein Team immerhin mit Einsatzfreude. Und obwohl der FSV nach zehn Spielen erst vier Punkte auf dem Konto hat, ist die Konkurrenz noch in Reichweite, was auch Roos nicht entging: "Noch ist alles möglich."
Das sieht auch sein frischgebackener Zscheppliner Kollege Krause so. "Sonst hätte ich wohl kaum wieder angefangen", sagt der Mann, der im vergangenen Jahr dem FV Bad Düben zu einem sensationellen Schlussspurt samt Klassenerhalt verhalf. Der 58-Jährige soll vorerst bis zum Saisonende bleiben, steht Sonntag erstmals beim Heimspiel gegen Tabellennachbar Fortuna Leipzig an der Seitenlinie und hält den Ball flach. "Ich muss die Mannschaft erst einmal kennenlernen. Man sollte keine Wunderdinge erwarten." Sein sonntäglicher Gegenüber hört übrigens auf den Namen Klaus Havenstein, war früher mal DDR-Oberliga-Torschützenkönig und wechselt sich bei Personalmangel hin und wieder selbst ein. Mit 61 Jahren. Wie heißt es so schön: "Alter schützt vor Toren nicht."