25. März 2011 Olaf Barth (Leipziger Volkszeitung)

Kommentar - Tür für Kompromiss wieder offen

Vielleicht müssen die künftigen Schkeuditzer Elftklässler doch nicht komplett nach Markranstädt wechseln. Dass die Suche nach einem Kompromiss begonnen hat, ist ein gutes Zeichen. Wer welche Kommunikationspanne zu verantworten hat, muss offenbar noch geklärt werden. Fakt ist, dass Schüler und Eltern trotz offenbar schon feststehender Entscheidungen noch lange im Unklaren darüber gelassen wurden, wie die künftige Oberstufe organisiert werden soll. Damit wurden Handlungsspielräume eingeengt, sich rechtzeitig andersweitig zu entscheiden. Das vor allem empört die Eltern, und nicht die Tatsache, dass möglicherweise für den einen oder anderen Kurs die Stadt gewechselt werden muss. Denn das ist nicht neu, funktionierte in der Zweckgemeinschaft beider Häuser bei Bedarf ja schon in den zurückliegenden Jahren. Dass die Bildungsagentur auf einen effektiven Lehrereinsatz und ein breit gefächertes Kursangebot besteht, ist ihre Pflicht und ihr nicht vorzuwerfen. Doch so wie es in diesem konkreten Fall mit den künftigen Elfklässlern bis jetzt gelaufen ist, sollte man ihnen nun fairerweise auch ermöglichen, einige Kurse in Schkeuditz besuchen zu können. Nicht zuletzt war bei diesen Schülern noch bis vor kurzem die Vorfreude auf den Neubau geschürt worden, im Bewusstsein, als geburtenstärkerer Jahrgang nicht die Schule wechseln zu müssen. Hier ist jetzt eine Entscheidung nicht nur mit dem (Personal-)Rechenschieber, sondern mit Fingerspitzengefühl gefragt. Die Kooperation mit Markranstädt als Schkeuditzer Außenstelle sollte bis zu einem sauberen Schritt in die stabile Eigenständigkeit beider Häuser nicht infrage gestellt werden. Die Zweckvereinbarung hat ihren Sinn und beide Gymnasien vor der Schließung bewahrt. Das ist ein Erfolg, der durch eine mögliche Eskalierung des Konfliktes nicht aufs Spiel gesetzt werden darf. Hier sind jetzt auch die Elterns selbst gefragt, bei allem Ärger kühlen Kopf zu bewahren.