8. Dezember 2011 Stefanie Büssing (Leipziger Volkszeitung)

Kompromiss im Streit um Outlet Center in Sicht

Leipziger Verwaltungsgericht verhandelt über geplanten Fabrikverkauf in Wiedemar / Urteil steht noch aus

Nach dem ersten Verhandlungstag zum Streit um das geplante Factory Outlet Center (FOC) in Wiedemar (Landkreis Nordsachsen) hat das Leipziger Verwaltungsgericht gestern noch kein Urteil gefällt. Nach Aussage von Kees Woltering, Chef der niederländischen Investorfirma Stable International Development, könnte sich jedoch ein Kompromiss abzeichnen.
Die Stadt Leipzig hatte gegen die Baugenehmigung des Landkreises Nordsachsen für den Fabrikverkauf an der A9 geklagt, weil sie einen Kaufkraftverlust im Zentrum fürchtet. "Wie das Gericht entscheiden wird, ist schwer zu sagen", erklärte Woltering auf LVZ-Anfrage. "Im Moment sieht es so aus, als wenn es auf einen Kompromiss hinausläuft, der sowohl Stadt wie auch Befürworter des FOC zufriedenstellt." Dieser solle sich auf die Art der zu verkaufenden Waren beziehen. Die Baugenehmigung für das FOC sei so gestellt, dass offen bliebe, welche Waren in dem Outlet Center verkauft werden dürften, so Woltering. Um der Stadt die Sorge vor einem reinen Bekleidungsoutlet zu nehmen, hatte das Gericht vorgeschlagen, der Baugenehmigung eine Anlage hinzuzufügen, in der sich der Investor verpflichte, einen Mix verschiedener Sortimentsgruppen anzubieten. "Die Vertreter der Stadt müssen nun über die veränderte Situation beraten", sagte Woltering.
"Wir hoffen natürlich auf eine positive Entscheidung." Falls es zu keiner Einigung kommt und das Gericht der Klage der Stadt stattgibt ist sich Woltering sicher: "Wenn wir verlieren ziehen wir vors Oberlandesgericht."
Auf einer Fläche von 10000 Quadratmeter will der niederländische Investor ein Outlet Center mit rund 60 Geschäften errichten. Bisher seien jedoch erst 40 Prozent der Läden vermietet. Die Stadt wollte sich zum laufenden Verfahren nicht äußern. Die Verhandlung soll am Dienstag um 9 Uhr fortgesetzt werden.