6. Mai 2011 Frank Pfütze (Leipziger Volkszeitung)

Kompromisslos für vierspurige B 87 n

Kompromisslos für vierspurige B 87 n

Beteiligte stimmen weiteres Vorgehen ab und bereiten Gespräch mit Bundesverkehrsministerium vor

Eilenburg. Die Region hält am vierspurigen Ausbau der Bundesstraße 87 neu (B 87 n) fest. Gestern saßen Vertreter des Autobahnamtes, Regionalen Planungsverbandes, der Landesdirektion, des Landratsamtes und Bürgermeister, deren Gemeinden im Betrachtungsraum der Trasse liegen, zusammen. "Es besteht 100-prozentige Einigkeit darüber, dass wir die B 87 n vierspurig bauen müssen. Wir brauchen eine leistungsfähige Straße und keinen Slalomparcours. Und wir dürfen keine weitere Zeit verlieren", sagte Nordsachsens Landrat Michael Czupalla (CDU). Seit 15 Jahren ist die Straße im Gespräch, seit 2003 im Bundesverkehrswegeplan und seit 2005 im Bundesfernstraßenausbaugesetz verankert. Nun stellt das Haus Ramsauer den vierspurigen Ausbau aus Kostengründen in Frage. Das will sich die Region nicht bieten lassen. Torgaus Oberbürgermeisterin Andrea Staude (SPD) brachte ein Beispiel: "Glasproduzent Saint Gobain hat am Standort Torgau bisher so viel investiert, wie die neue Straße vermutlich kosten soll, so viel, wie Bund und Land angeblich nicht finanzieren können. Es geht um die Wirtschaft und ums Überleben. Wir fordern eine Straße, die es der Region ermöglicht, zu überleben." Staude regte ein Treffen zwischen Vertretern aus den Verkehrsbehörden des Bundes und des Landes an. Neu ist die Tatsache, dass inzwischen laut über eine Nord-Trasse - nördlichster Punkt ist die S 4 bei Krostitz - nachgedacht wird, nachdem es im Süden massive Proteste gibt. Protest bedeutet Zeitverzug. Mehrere Bürgerinitiativen und Einwendungen veranlassen zum Handeln. Aus dem Bereich Taucha-Borsdorf sind über 5000 Stellungnahmen eingegangen, deutlich mehr als aus dem Rest des Betrachtungsraumes. Der Baubeginn steht in den Sternen. Andreas Berkner vom Regionalen Planungsverband spekulierte auf Anfrage der Kreiszeitung: "Ohne Einsprüche und Klagen könnte es eventuell und vielleicht in fünf Jahren losgehen. Mit dem, was uns aus dem Südraum entgegenschlägt, tut sich in den nächsten zehn Jahren nichts." Das nächste was sich tut, ist die Gesprächsrunde mit dem Bundesverkehrsministerium am 20. Juni in Torgau. Die komplette Runde von gestern will Landrat Czupalla dann zur Unterstützung am Tisch versammeln außerdem Kommunalpolitiker aus Brandenburg wie den Cottbuser Oberbürgermeister Frank Szymanski (CDU).