Kreisgebiet. Am Donnerstagabend kam der Regionalkonvent zusammen. Darin arbeiten die Stadt Leipzig und umliegende Landkreise, auch Nordsachsen, zusammen. Ein wesentliches Thema waren die Bundesstraßen 87 n und 95.
Die Regionen Leipzig und Nordsachsen seien sich einig, dass beide Verkehrsprojekte zukünftig gemeinsam angegangen werden sollen. "Wir müssen die Kräfte bündeln für vier Spuren. Natürlich unterstützen wir auch das Leipziger Land bei seinen Bemühungen um die B 95", sagte Nordsachsens Landrat Michael Czupalla (CDU) am Freitag auf Anfrage der Kreistzeitung.
Was die B 87 n anbelangt, habe es in dieser Woche Gespräche mit Gert Ziener, Frank Hahn und Thomas Hoffmann von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Leipzig gegeben. Czupalla: "Wir sind uns einig, dass wir nur eine Chance haben, wenn wir als Region geschlossen kämpfen."
Der Kampf ist notwendig geworden, nachdem Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) Bewegung in die Planungen brachte. Der hatte kürzlich geäußert, dass der Bedarf der Trasse zwischen Eilenburg und Torgau nicht mehr vierspurig, sondern nur noch zwei- oder dreispurig gesehen werde (wir berichteten). Die Vorzugsvariante weise zudem mit 58 Kilometern und rund 360 Millionen Euro eine erhebliche Kostensteigerung gegenüber dem Bedarfsplan aus. Die Behörde habe daraufhin eine neue Wertung der verkehrlichen Wirkungen unter Berücksichtigung der Verkehrsprognose für das Jahr 2025 und Nutzen-Kosten-Verhältnisse getrennt für jeden einzelnen Abschnitt der künftigen B 87 n veranlasst.
In Nordsachsen laufen inzwischen Umwelt- und Naturschützer und erste Bürgerinitiativen Sturm gegen das Projekt. Aber auch die Front der Befürworter ist breit und wird immer stärker. Denn neben den Nachbarn aus Leipzig und dem Leipziger Land machen sich der Landkreis Elbe-Elster und die Stadt Cottbus für die neue Bundesstraße stark. Auch die IHK Brandenburg steht hinter der Trasse, hat eine Studie zu deren Bedeutung erarbeitet. "Da sind wir auf einer Wellenlänge, haben die Studie ausgewertet und sind zu dem Schulterschluss gekommen, dass wir uns gemeinsam stark machen für einen vierstreifigen Ausbau", sagte Hartmut Grabmann, Baudezernent der Landkreisverwaltung. Die Realisierung ist noch in weiter Ferne. Das Vorhaben steht im Fernstraßenausbaugesetz. Es wird Mittel vom Bund geben. Die Genehmigungsverfahren sind in Gang gesetzt. Die kommunale Arbeitsgruppe tagt am Donnerstag in Eilenburg, dann sind sämtliche Bürgermeister eingeladen, deren Kommunen im Untersuchungsraum liegen sowie die verfahrensführenden Behörden. Dann sollen der aktuelle Sachstand besprochen, Ergebnisse der Fortschreibung des Regionalplanes und die weiteren Verfahrensweisen sowie der Stand des Raumordnungsverfahrens erläutert werden. Alles in Vorbereitung zum Vor-Ort-Termin mit den Entscheidungsträgern aus dem Bundesverkehrsministerium. Baudirektor Klaus Paas wird vor der Sommerpause in Nordsachsen erwartet.