Nordsachsen (TZ/cw). Was die Umschichtung von Geldern für den Ausbildungsverkehr betrifft, scheint es nun konkret zu werden: Auf Nachfragen des FDP-Kreisverbandes hat das Sächsische Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr erklärt, dass der Landkreis in diesem Jahr voraussichtlich über 15 Prozent mehr Mittel für den Ausbildungsverkehr erhalten werde. Das geht aus einer Pressemitteilung der Liberalen hervor. Das im Entwurf des Verkehrsministeriums vorgesehene Budget für den Landkreis betrage demnach knapp 3,5 Millionen Euro, was gut 460 000 Euro mehr sei als im vergangenen Jahr, heißt es in dem Schreiben. „Die in den vergangenen Monaten geäußerten Befürchtungen der Zweckverbände, dass mit den notwendigen Sparanstrengungen im sächsischen Doppelhaushalt 2011/2012 der ÖPNV unverhältnismäßig hoch getroffen werde, entbehren damit jeder Grundlage“, sagte Frank Hesse, FDP-Kreisvorsitzender.
Diskussionen über Streckenstilllegungen oder Ausdünnungen der Fahrpläne sollten damit der Vergangenheit angehören. „Wir erwarten vom Zweckverband, die Prioritäten in seinem Gesamtbudget so zu setzen, dass eine flächendeckende und ausreichende Versorgung des gesamten Kreises mit ÖPNV-Leistungen sichergestellt ist“, sagte Hesse. Lutz Biedermann, FDP-Kreisrat und Mitglied der Arbeitsgruppe Schülerbeförderung des Kreistages: „Ich kann mir sehr gut vorstellen, betroffene Eltern, deren Kinder auf dem Weg zur Ausbildung vom öffentlichen Personennahverkehr abhängig sind, noch weiter zu entlasten.“ Nach Ansicht von Klaus Huth vom nordsächsischen Straßenverkehrsamt ein Wunsch, der wohl nur schwer realisiert werden könne. Die Zusatzgelder würden unter anderem wegen deutlich gestiegener Kraftstoffpreise schnell aufgebraucht sein, sagte er.