Nordsachsen. Im Landratsamt werden Stühle gerückt. Pünktlich zum dritten Geburtstag Nordsachsens sind erste Details zu bevorstehenden Umstrukturierungen in der Führungsspitze an die Öffentlichkeit gedrungen. Wie Pressesprecher Rayk Bergner bestätigte, geht zum 1. Dezember zunächst Artur Beuchling in den Ruhestand. Der leitet bislang den landkreiseigenen Betrieb Kommunale Bildungsstätten. Dazu gehören die Hoheit über die Immobilien der Kreisverwaltung, die Schulverwaltung sowie die beiden nordsächsischen Volkshoch- und Musikschulen. "Dieser Posten wird nicht neu vergeben", so Bergner.
Wie genau das bisherige Aufgabenpaket Beuchlings künftig verteilt wird, ließ er offen. Es zeichnet sich jedoch ab, dass die Bereiche Schulverwaltung und Immobilienmanagement künftig im Hauptdezernat von Horst Winkler aufgehen. Der hatte sich in letzter Zeit insbesondere bei den Investitionen ins Torgauer Schloss stark engagiert und auch Termine der Schulverwaltung wahrgenommen.
Im Rahmen der Umstrukturierung sollen die beiden noch parallel existierenden Volkshochschul-Eigenbetriebe in Delitzsch und Torgau-Oschatz zusammenwachsen. Eine klare Zeitvorgabe vom Landratsamt gibt es hierfür noch nicht, Pressesprecher Bergner versicherte jedoch, dass alle Standorte der beiden Einrichtungen auch künftig erhalten werden. Wer den fusionierten Eigenbetrieb führen soll, ist nicht bekannt.
Eine weitere Strukturänderung zeichnet sich am Verwaltungsstandort Eilenburg ab. Dort sitzen Bau- und Umweltdezernat. Der aktuelle Baudezernent Hans-Hartmut Grabmann wird wohl Ende kommenden Jahres in den Ruhestand gehen. Auch hier ist keine Neubesetzung geplant. Als sicher gilt, dass beide Eilenburger Dezernate unter Führung des stellvertretenden Landrats Ulrich Fiedler (SPD) verschmelzen. Damit würde sich das Landratsamt der Struktur nähern, die es in Delitzsch vor der Kreisfusion 2008 gab. Das zusätzliche Dezernat sei vor allem geschaffen worden, um die zusätzlichen Aufgaben im Fusionsprozess besser bewältigen zu können, heißt es aus Verwaltungskreisen. Darüber hinaus sollte die Straffung der Strukturen auch dabei helfen, die Ausgaben der Verwaltung zu minimieren.
Auf Dementis von allen Seiten trifft derweil die These, dass das Sozialdezernat von Hans-Günter Sirrenberg eingespart werden könnte. Der Sozialdezernent leitet nach der überraschenden Beurlaubung des Geschäftsführers übergangsweise die Collm-Klinik in Oschatz (wir berichteten). Die zurückhaltende Kommunikation rund um den Abgang des Geschäftsführers nährt die Gerüchte zusätzlich. In der Vergangenheit war das Sozialdezernat bereits verkleinert worden, als das Gesundheitsamt in die Verantwortung von Ordnungsdezernentin Angelika Stoye wechselte. Begründung damals unter anderem: Die erwartete höhere Belastung Sirrenbergs durch die Übernahme des Jobcenters für die Betreuung von Hartz-IV-Empfängern in Regie des Landkreises.
Der Kreistag entschied anders, das Jobcenter wird seit Januar von Landkreis und Agentur für Arbeit gemeinsam betrieben. Nun also der überraschende Wechsel des Oschatzers Sirrenberg in den Chefsessel der Collm-Klinik. "Herr Sirrenberg wird definitiv nicht neuer Geschäftsführer der Collm-Klinik", macht Bergner deutlich und legt nach, dass auch nichts dran sei an den Gerüchten, dass Landrat Michael Czupalla (CDU) nun auch den letzten Vertreter des ehemaligen Kreises Torgau-Oschatz aus seiner Führungsmannschaft verbannen wolle. Sebastian Stöber