8. November 2010 Eileen Jack (Torgauer Zeitung)

"Kreiselternrat erhält jegliche Unterstützung"

Nordsachsen (TZ). Heftig und unüberhörbar war die kürzliche Kritik des Kreiselternrates am Landkreis Nordsachsen (TZ berichtete). Fehlende Unterstützung habe den aktuellen Vorstand dazu veranlasst, sich nicht wieder zur Wahl zu stellen, hieß es in der Versammlung des Gremiums vor wenigen Tagen. TZ sprach dazu mit Gunnar Greulich, stellvertretender Leiter der kommunalen Bildungsstätten.
TZ: Herr Greulich, am Ende der kürzlichen Sitzung des Kreiselternrates entstand förmlich der Eindruck, als wäre das Gremium vom Landkreis nicht gewollt. Wie sehen Sie das?
Gunnar Greulich:
Dem ist ganz und gar nicht so. Der Kreiselternrat als Institution ist dem Landkreis sogar sehr wichtig. Nicht umsonst wurde der Haushaltsetat beim damaligen Zusammenschluss der Elternräte von Delitzsch und Torgau-Oschatz von ursprünglich 850 Euro jährlich auf jetzt 2000 Euro erhöht.
Welche Ausgaben sollen durch diesen Betrag abgedeckt werden?
Zum einen die anfallenden Fahrtkosten, wenn Elternräte zu den Sitzungen kommen, zum anderen Sachkosten, sprich Ausgaben für Geschäftsbedarf wie zum Beispiel Papier, Porto oder auch Druckerpatronen. Das alles kann bei uns abgerechnet werden.
Und gab es da aus Ihrer Sicht bisher Probleme?
Nein. Das Budget wurde ja auch gar nicht ausgeschöpft. Im Jahr 2009 zum Beispiel rechnete der Kreiselternrat 1040,94 Euro ab, nur 110 Euro davon waren für Geschäftsbedarf. In diesem Jahr beläuft sich die Summe erst auf 350 Euro, und da sind die Fahrtkosten für die Wahlversammlung schon eingerechnet.
Größter Kritikpunkt war der fehlende Versicherungsschutz bei Tagungen der drei Arbeitsgruppen, die die Elternräte gegründet haben, um die Arbeit effizienter gestalten zu können.
Auch in diesem Punkt sind wir gern zu Gesprächen bereit. Der Landrat betonte mir gegenüber in dieser Woche noch einmal, dass der Kreiselternrat jegliche Unterstützung erhält, sich bei Problemen immer an ihn oder aber die Schulverwaltung wenden kann. Das war aber auch bisher schon so.
Das scheinen die Elternräte nicht ganz so zu sehen, gaben sie doch zu verstehen, dass die Reaktionen des Landratsamtes bezüglich dieser Problematik mehr als spärlich ausfielen beziehungsweise ganz ausblieben.
Es ist nicht so, dass es keinerlei Reaktion von Seiten des Landkreises gab. Im Gegenteil, der Rat wurde immer unterstützt.
Inwiefern wurde der Rat denn bisher vom Kreis unterstützt, mal abgesehen vom finanziellen Budget.
Wir haben bei der Suche nach Tagungsräumen geholfen, stellen an den Verwaltungsstandorten und in den Schulen Technik zur Verfügung. Außerdem gingen verschiedene Einladungen zu Veranstaltungen des Kreiselternrates direkt über die Hauspost der Schulverwaltung. Neu ist unser Angebot, Informationen des Gremiums auf der Internetseite des Landkreises zu veröffentlichen.