10. Mai 2011 Frank Pfütze (Leipziger Volkszeitung)

Kritik an geplanten Polizeistrukturen

Entwurf zur Reform sieht umfangreiche Veränderungen vor / Schkeuditz und Taucha gehören zu Leipzig-Nord


Kreisgebiet. Das sächsische Innenministerium plant eine Neustrukturierung der Polizei im Freistaat. Das Innenministerium schlägt dabei auch kreisübergreifende Reviere vor. Werden die Pläne so umgesetzt, gehört zukünftig der Polzeiposten Hohburg zum Eilenburger Revier, wechseln Taucha und Schkeuditz nach Leipzig.
Beschlossen ist noch nichts, aber zumindest schon einmal grafisch dargestellt. In Nordsachsen sind dabei einige Veränderungen zu erkennen. Innenminister Markus Ulbig (CDU) will im Landkreis Nordsachsen vier Reviere installieren: Oschatz, Torgau, Eilenburg, Delitzsch. Die Posten Schkeuditz, Flughafen und Taucha wandern ab in Richtung Leipzig und zählen zukünftig zum Revier Nord.
Betroffen ist vor allem das nördliche Muldental. Es soll nach der Reform unter Zuständigkeit der Polizei in Nordsachsen gestellt werden. Eilenburg hat zukünftig Außenstellen in Bad Düben und Hohburg (Muldental). Zum Posten Hohburg gehören Machern und Thallwitz. Oschatz wird aufgewertet zum Revier, in dessen Zuständigkeit fallen die Posten in Wurzen, Dahlen, Wermsdorf und Mügeln. Torgau hat als Revier die Posten in Dommitzsch, Beilrode und Belgern an der Seite. Zu den Gründen für einen solchen möglichen Umbau der Polizeistrukturen äußerte sich das Ministerium nicht, die Revierleiter in Delitzsch und Eilenburg schlossen sich dem gestern auf Anfrage der Kreiszeitung an. Für Nordsachsens Landrat Michael Czupalle (CDU) besteht in dieser Sache noch Gesprächsbedarf. "Meine Meinung ist eindeutig: Wir werden alle Anstrengungen unternehmen, um die Reviere Taucha und Schkeuditz im Landkreis zu behalten. Ich halte nichts davon, dass die Kreisgrenzen aufgebrochen werden sollen." Dem schließt sich Delitzschs Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) an. "Wir müssen uns innerhalb der Kreisgrenzen bewegen. Die Zusammenarbeit der nordsächsischen Städte hat sich sehr bewährt. Ich verwahre mich gegen eine Tendenz, die möglicherweise so ein Ende hat wie das Thema Rettungsleitstelle", so Wilde. Auch Nordsachsens Rechtsdezernentin Angelika Stoye kann sich mit dem Vorschlag nicht anfreunden. "Das funktioniert nicht. Es gibt zu viele Schnittstellen mit den Städten in unserem Landkreis. Mit der Trennung werden Hürden aufgebaut und die Arbeit erschwert. Wir sind eingespielt, was die Aufgabenstellung betrifft. Das darf nicht neuen Strukturen geopfert werden."