3. Dezember 2010 Eileen Jack (Torgauer Zeitung)

Kürzung fällt geringer aus

Nordsachsen/Torgau (TZ). Erhebliche Einschnitte, die Fördermittel für den Kulturraum betreffend, befürchteten Torgaus Abgeordnete nach entsprechenden Ankündigungen im Laufe dieses Jahres. Nun aber scheint die Minderung der Gesamtfördersumme für den Kulturraum Leipzig, zu dem auch die Große Kreisstadt gehört, nicht in der Höhe einzutreten, wie ursprünglich angenommen.

„Der Sächsische Landtag wird im Dezember das Gesetz begleitender Regelungen zum Doppelhaushalt 2011/2012 beraten. Der erste Entwurf sah im Bereich des Gesetzes über die Kulturräume in Sachsen eine geänderte Verteilung der Zuweisungen der Landesmittel in Höhe von 86,7 Millionen Euro als bisher vor. Danach sollten nur noch 77,6 Millionen Euro als Zuweisungen an die Kulturräume ausgereicht werden“, so die Erklärungen aus dem Landratsamt Nordsachsen auf konkrete Nachfrage der Torgauer Zeitung. In seiner Stellungnahme zu diesem Entwurf hat sich der Landkreis Nordsachsen nach eigener Aussage gegen die Gesetzesänderungen ausgesprochen. Gleichlautend habe sich auch der Landkreis Leipzig, als Zweckverbandsmitglied des Kulturraumes Leipziger Raum, zu diesem Entwurf geäußert. Die vielfältigen Einwendungen und Vorschläge durch den Sächsischen Landkreistag sowie durch die Kulturfachverbände und Kulturträger haben letztendlich bewirkt, dass die geplanten Kürzungen wie eingangs erwähnt nun doch geringer ausfallen. Damit sollen den Kulturräumen nunmehr 82 Millionen Euro zur Verteilung zur Verfügung stehen.Der Konvent des Kulturraumes Leipziger Raum will am 7. Dezember eine Förderliste beschließen, die den Weiterbestand aller bisher geförderten Einrichtungen und Projekte und damit die Erhaltung der kulturellen Grundstruktur des Kulturraumes sichern soll.

Gute Nachrichten auch für die Stadt Torgau, die für die Realisierung der durch den Kulturraum geförderten Projekte einen nicht unerheblichen sogenannten Sitzgemeindeanteil aufbringen muss. Hinzu kommen Kosten in Form von Trägeranteilen. So hatte die Stadt in diesem Jahr zum Beispiel eine Summe von rund einer dreiviertel Million aufzubringen. „In der Vergangenheit wurden die Fördermittel von Jahr zu Jahr geringer“, resümiert Osmar Brück, der Beigeordnete der Stadt, im Gespräch mit der Torgauer Zeitung und bringt sein Missfallen darüber zum Ausdruck, dass sowohl von den Projektträgern als auch den Sitzgemeinden erwartet wird, dass diese die geringer anfallenden Fördermittel durch zusätzliche Gelder ausgleichen. Seiner Meinung nach sitzt die Stadt hier sprichwörtlich zwischen den Stühlen. Schließlich müssen die Gelder bereits gestellt werden, um die Projekte weiterzubetreiben. Und sollte die Stadt den besagten Sitzgemeindeanteil nicht übernehmen, stirbt ein Projekt automatisch. „Aber was kann sich die Stadt noch leisten? Wie wichtig ist dieses oder jenes Projekt? Auf welches könnte die Stadt unter Umständen verzichten?“ – Fragen über Fragen, die nicht nur den Beigeordneten beschäftigen. „Für den Haushalt 2011 sind die Projekte abgesichert, aber unser Budget ist auch endlich“, betont Osmar Brück in diesem Zusammenhang noch einmal. Entscheidungen dazu kann und wird es erst geben, wenn der sächsische Doppelhaushalt verabschiedet ist.