Kreisgebiet. Der Landkreis Nordsachsen hat gestern seinen neuen Führungsstabsraum und neue Alarmierungstechnik vorgestellt. Mit beiden Maßnahmen - für die der Freistaat Sachsen über 255000 Euro Fördermittel bereitstellte - enden die Investitionen aus dem Konjunkturprogramm II im Landkreis. Damit verbessern sich aber vor allem die Rettungs-Voraussetzungen für 219000 Nordsachsen, die auf 2020 Quadratkilometern Fläche leben. Insgesamt 215 Mitarbeiter sind im Rettungsdienst beschäftigt.
"Das Rettungswesen im Landkreis erreicht eine neue Qualität. Es ist uns gelungen, es weiter wesentlich zu verbessern", freute sich Nordsachsens Landrat Michael Czupalla (CDU) bei der Präsentation. Dezernentin Angelika Stoye bezeichnete die Investitionen als "sinnvoll, zweckmäßig und wirtschaftlich".
Bund und Freistaat Sachsen haben 25298 Euro in den Führungsraum für den Stab des Landratsamtes investiert, um die bisher unzureichende technische Ausstattung zu verbessern. Mit dem Geld wurden unter anderem Mediensäulen eingebaut, an welche die Computer der Stabsmitglieder ohne großen Aufwand angeschlossen werden können. Die Mitarbeiter haben somit die Möglichkeit, ihre Dienst-Laptops dort anzudocken. Mit dem Geld wurden aber auch zwei Notebooks sowie mehrere Magnet-Tafeln beschafft, auf denen die Lage dargestellt werden kann und wichtige Daten für alle gut sichtbar bereit gehalten werden können. Für den neuen Beamer gibt es eine entsprechende Präsentationsfläche. Die Mitarbeiter der Pressestelle können zudem große Schadenslagen in einem neuen Fernsehgerät verfolgen.
Die Umstellung der Alarmierung der Feuerwehren auf sogenannte Multimaster-Technik soll die Alarmierungszeiten verkürzen. Auf Grund der geografischen Ausdehnung des Landkreises Nordsachsen sei der Funkverkehr nur mit hohem technischen Aufwand möglich, informierte Leitstellen-Chef Dieter Geißler.
Das System wurde im Landkreis Delitzsch konzipiert und seit Juni 1992 betrieben. Aufgrund mehrerer Umstände waren die Übertragungszeiten teilweise recht lang, bis zu mehrere Minuten. Dieser Zustand war auf Grund der gesetzlichen Vorgaben und des täglichen Aufkommens nicht mehr hinnehmbar und erforderte eine Veränderung.
Neben den KP-II-Mitteln in Höhe von 230400 Euro beteiligte sich der Landkreis mit Eigenmitteln in Höhe von 57600 Euro an der Finanzierung. Heute sorgen ein Multialarmgeber, 40 digitale Umsetzer, vier Verstärker sowie sechs Master-Umsetzer für die Sicherung und Verkürzung der Zeit und die Stabilisierung der Sicherheit.
Die Auftragsvergabe dafür erfolgte im Jahr 2009. Bis zur vollständigen Inbetriebnahme vergingen dementsprechend 14 Monate. Unter anderem entsprachen mehrere Sender nicht mehr den technischen Anforderungen und mussten ausgetauscht werden, ferner waren Veränderungen an den Antennen erforderlich sowie die Anpassung der einzelnen Sender an das Gesamtsystem.
"Mit der Inbetriebnahme der Multimastertechnik ist ein weiterer Schritt zur Stabilisierung der Sicherheit erfolgt. Diese Investition trägt dazu bei, dass auch die Rettungsleitstelle Delitzsch den zukünftigen Anforderungen gerecht wird und somit ein Weiterbetrieb technisch möglich ist", so Geißler.
Schon während des Probebetriebes konnte festgestellt werden, dass sich der Zeitraum zwischen der Eröffnung des jeweiligen Einsatzes und der eigentlichen Alarmierung durch den Meldeempfänger wesentlich verkürzt hatte. Innerhalb eines Zeitschlitzes von 30 Sekunden konnten bis zu drei unterschiedliche Alarmierungen an die Einsatzkräfte übertragen werden.