3. Februar 2011 Frank Lehmann (Torgauer Zeitung)

Landkreis übernimmt Rezept gegen den Ärztemangel

Torgau (TZ/fl). Abgucken ist nicht nur erlaubt, sondern im konkreten Fall sogar erwünscht. Schließlich geht es um wirksame Schritte im Kampf gegen den Ärztemangel in allen Bereichen.

Beim Treffen von Landrat Michael Czupalla mit seinem Amtskollegen Christian Jaschinski vom Elbe-Elster-Kreis am Dienstag spielte das besagte Thema eine zentrale Rolle. Dabei konnte der Gast aus Brandenburg nämlich einen bemerkenswerten Erfolg vorweisen. Der seit April 2010 im Amt befindliche Christian Jaschinski (CDU) hatte bereits im Wahlkampf die Sicherung der medizinischen Grundversorgung zu seinem Schwerpunkt gemacht. Sein Erfolgsrezept trägt den Namen „Studienbeihilfe“. Vom Kreistag beschlossen, gibt es eine finanzielle Unterstützung von maximal 24 000 Euro für Medizinstudenten. Monatlich sind dies 500 Euro über vier Jahre. Erhalten kann den Zuschuss,  wer an einer deutschen Universität die Fachrichtung Medizin studiert und den ersten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung nach der Approbationsordnung für Ärzte bestanden hat. Als Gegenleistung für die gezahlte Studienbeihilfe müssen sich die Studenten verpflichten, nach bestandener Facharztweiterbildung für die Dauer von vier Jahren eine der folgenden Tätigkeiten auszuüben: a) Arzt beim Elbe-Elster-Klinikum, b) Teilnahme an der vertragsärztlichen Versorgung der kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg auf dem Gebiet des Landkreises Elbe-Elster oder c) Arzt beim Gesundheitsamt des Landkreises Elbe-Elster.

„An der Finanzierung der Studienbeihilfe beteiligen sich der Landkreis, das Elbe-Elster-Klinikum und die Sparkassenstiftung „Zukunft Elbe-Elster-Land“ zu je einem Drittel“, erklärte Landrat Jaschinski. Die Reaktion auf die entsprechende Ausschreibung in der Presse und im Internet übertraf die Erwartungen. 19 Bewerbungen gingen aus dem Bundesgebiet ein. Fünf angehende Mediziner, darunter vier aus der unmittelbaren Region, wurden durch eine Kommission ausgewählt und erhalten nun die besagte Studienbeihilfe. Sollten die Bedingungen nicht eingehalten werden, muss eine Rückzahlung der Mittel erfolgen. „Wir ringen ja auch seit Jahren um die Stabilisierung der medizinischen Grundversorgung. Ich finde das Projekt sehr sinnvoll und strebe es auch für unseren Landkreis an“, machte Landrat Michael Czupalla gegenüber der Torgauer Zeitung deutlich. Er werde es ebenfalls zur Chefsache machen. Erste Schritte zur Umsetzung sind Gespräche mit den Klinikleitungen und der Sparkassenstiftung, um die Finanzierung zu klären.