10. November 2011 Roland Heinrich (Leipziger Volkszeitung)

Landrat trifft Kulturpilger

Gespräch zwischen Michael Czupalla und Henrik Mroska

Torgau/Kleinliebenau. Nordsachsens Landrat Michael Czupalla (CDU) hat sich jetzt mit Henrik Mroska, Vorsitzender des Kultur- und Pilgervereins Kleinliebenau, zu einem Gespräch in seinem Torgauer Büro getroffen. Am Dienstagnachmittag fand es statt und hatte eine mögliche Intensivierung der Zusammenarbeit zum Inhalt.
Seit Beginn der Sanierung der Rittergutskirche in Kleinliebenau, welche Mroska 2005 für ein symbolisches Entgelt erwarb, ist Czupalla Schirmherr dieses Unternehmens. "Bei dem Gespräch ging es um einen Ausblick auf das Jahr 2012 und eine mögliche Unterstützung durch das Landratsamt", teilte Mroska gestern auf Anfrage der LVZ mit. Durchaus konkrete Vorstellungen seien bei dem Treffen, bei dem auch Artur Beuchling, Leiter Kommunale Bildungsstätten, und Gudrun Matschenz vom Pilgerverein anwesend waren, zur Sprache gekommen. So habe man über ein eventuelles, kulturelles Highlight in der Rittergutskirche gesprochen, welches mit Unterstützung des Landkreises im kommenden Jahr ausgetragen werden könnte. Eine eventuelle Unterstützung durch die Sparkassenstiftung bei dieser Veranstaltung sei ebenfalls zur Sprache gekommen.
"Spontan hat sich Herr Czupalla entschlossen, eine unserer Orgelpfeifen symbolisch für 500 Euro zu erwerben", freute sich der Pilgervereinschef gestern. Hintergrund sei eine große Spendensammlung zur Sanierung der Kirchen-Orgel, bei der Unterstützer Orgelpfeifen zu jeweils bis zu 500 Euro symbolisch erwerben könnten. So soll die etwa 34000 Euro teure Restaurierung finanziert werden. Die Spender würden dann, so sie es wollten, namentlich erwähnt. "Wir wollen es schaffen, zu Weihnachten im nächsten Jahr die Orgel einzuweihen", nennt Mroska ein ehrgeiziges Ziel. Allerdings habe die Orgel 297 Orgelpfeifen und mit der am Dienstag an den Landrat "veräußerten" seien jetzt etwa 50 Pfeifen an den Spender gebracht.
Momentan liefen die Sanierungsarbeiten am Altar der Kirche und seien nahezu beendet. "Nur für den Insider sind kleinere Veränderungen bei der Vergoldung oder Farbgebung erkennbar", sagte Mroska dazu.
Natürlich war die kürzliche Verleihung der Bürgermedaille in Schkeuditz ein Gesprächs-, wenn nicht gar der Einladungsanlass, mutmaßte Mroska. Der Vorsitzende des Kultur- und Pilgervereins Kleinliebenau nämlich hatte diese Auszeichnung im Kulturhaus "Sonne" zu Beginn der Stadtratssitzung im Oktober erhalten und konnte nun vom Landrat persönlich Glückwünsche dazu entgegennehmen.
Mit Unterstützung zahlreicher Spender ist die Rittergutskirche von einer Ruine 2005 jetzt nahezu komplett saniert. Ein angebautes Quartier bietet heute Unterschlupf für Pilgernde.