Kreisgebiet. Die Trockenheit macht den Landwirten im Altkreis Delitzsch zu schaffen. Obwohl der Raps gelb strahlt und sich manche Felder saftig grün präsentieren, es fehlt Regen. Im Altkreis Delitzsch gibt es 292 Landwirtschaftsbetriebe, die Feldfrüchte anbauen.
"Es ist täglich zu beobachten, wie sich die Trockenschäden ausbreiten. Vor allem der warme Wind trocknet die Böden zusätzlich aus. Wir hoffen auf Regen", sagte Cornelia Miersch, Landesamt für Landwirtschaft in Mockrehna, gestern auf Anfrage der Kreiszeitung.
Vor den Toren Delitzschs, hinter Brodau, pflügte gestern ein Traktor den Boden um. Die Erde ist ausgetrocknet. Eine riesige Staubwolke türmte sich auf und begleitete Zugmaschine und Pflug. Der Futterroggen und das erste Grünfutter sind geerntet. "Die Erträge liegen bis zu 35 Prozent niedriger als im Durchschnitt", so Reinhard Eggert, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Delitzsch.
Momentan pflegen die Landwirte ihre Pflanzen, hacken beispielsweise Zuckerrüben und bringen Insektizide aufs Feld. Auf den Böden wächst die nächste Ernte heran. Und das bereitet Sorgen, weil das Wasser fehlt. Als nächstes soll ab Anfang Juli Getreide geerntet werden. Im Altkreis Delitzsch sind ungefähr 30000 Hektar Fläche mit Getreide angebaut. Aber auch der Raps leuchtet inzwischen gelb, steht in bester Blüte. Der Raps hat bis einen Meter tiefe Wurzeln und holt sich das Wasser aus den tieferen Regionen. Zirka 1200 Hektar Raps stehen momentan im Altkreis. Raps ist zudem die Frucht, die am längsten auf dem Acker steht, erst nach elf Monaten vom Feld geholt wird. Bestellt wird er am 20. August und am 20. Juli geerntet. "Das Wetter hat unsere Erwartungen stark gedämpft, sodass wir eine schwache Ernte erwarten. Bereits im Vorjahr gab es Probleme mit den zahlreichen Niederschlägen. Daraus resultieren unregelmäßige und lückenhafte Bestände", erzählte Eggert. Im Frühjahr erschwerte der Frost das Problem, jetzt die Trockenheit. Vor allem Raps und Gerste seien in Mitleidenschaft gezogen. Inzwischen brauchen alle Kulturen Wasser. Neben Raps und Gerste sind das beispielsweise Zuckerrüben, Mais, aber auch Kartoffeln und Zwiebeln. Teilweise beregnen die Landwirte ihre Felder. So zu beobachten bei Kartoffelbauer Norbert Lienig, der vor Delitzsch auch Weizen angebaut hat. Eggert: "Das Problem ist, die Pflanzen können bei fehlender Feuchtigkeit keine Nährstoffe aufnehmen. Das hemmt die Entwicklung und die Ertragserwartungen." Das sei von Standort zu Standort jedoch unterschiedlich. Die Standorte mit den leichteren Böden sind davon stärker betroffen als die mit schweren Böden. Die Landwirte hoffen nun, dass der Wetterbericht so eintritt wie angekündigt. Demnach müsste es seit gestern Abend regnen. Auch wenn kein Landregen angekündigt ist, so hilft doch jeder Tropfen.
Im Landkreis Nordsachsen wurden im vergangenen Jahr vor allem Raps (23000 Hektar), Winterweizen (31000), Wintergerste (18000), Winterroggen (9000), Zuckerrüben (3300), Körner- und Silomais (12500), Kartoffeln (900) sowie Erbsen, Lupinen und Ackerbohnen (900) angebaut.