Delitzsch. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau- und Verwaltungsgesellschaft (LMBV) sollte in Delitzsch ein Bürgerbüro eröffnen. Darauf verständigten sich im Oktober die Leiterin Sanierung, Grit Uhlig, Nordsachsens Landrat Michael Czupalla (CDU) und Delitzschs Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos). Im Landratsamt Delitzsch diskutierten sie über Lösungen für das Hochwasserproblem in und um Delitzsch. "Um Bürgerkontakte zu pflegen, werden wir versuchen, ein solches Büro zu eröffnen", sagte Uhlig im Oktober.
Am 14. November eröffnete eine Anlaufstelle für "Sofortmaßnahmen und Gefahrenabwehr im Zusammenhang mit dem Grundwasserwiederanstieg" in der Verwaltung der LMBV Leipzig, Walter-Köhn-Straße 2 (wir berichteten). Wie die Kreiszeitung am Freitag erfuhr, stehe dieses Büro (wöchentlich jeweils von 15 bis 17 Uhr) auch für Betroffene aus Delitzsch und Umgebung offen. "Wir haben uns mit OBM Wilde abgestimmt und darauf verständigt, dass wir die Beratung hier zentral in Leipzig anbieten", sagte dazu auf Anfrage der Kreiszeitung Projektmanager Thomas Rösler. Der Delitzscher Oberbürgermeister bestätigte diese Aussage nicht. Wilde sieht sich vielmehr "vor vollendete Tatsachen" gestellt. "Die LMBV hat mir lediglich mitgeteilt, dass sie ein Büro in Leipzig eröffnet. Abgestimmt wurde mit mir gar nichts. Wir wollen nach wie vor Ansprechpartner vor Ort haben. Über Zeiten und Formalitäten müssen wir uns unterhalten. Leipzig entspricht nicht unserer Forderung."
Und auch Landrat Czupalla hat kein Verständnis für ein Büro in Leipzig. Zumal er sich persönlich um Räumlichkeiten in Delitzsch bemüht hat. "Das hat nichts mit Bürgernähe zu tun. Die LMBV kann sofort in der Sparkassenfiliale am Markt einziehen. Das Angebot liegt seit Wochen vor, reagiert wurde darauf bis heute nicht", schimpfte Czupalla am Freitag.
In Delitzsch werde 400 Haushalten im Rahmen der Lobersanierung geholfen, informierte die LMBV im Oktober. Der Loberausbau starte am Montag, dem 29. November. Wo, das sei noch unklar. "Alle Genehmigungen liegen jetzt vor", so Wilde. Zudem gebe es weitere 200 Einzelfälle, wo beispielsweise die Keller verfüllt, weiße Wannen gegossen oder ganze Häuser angehoben werden müssten.
In Delitzsch will sich eine Bürgerinitiative gründen. Die erste Versammlung dazu findet am 26. November ab 18 Uhr im ESV-Spartenheim in Delitzsch statt. Betroffene und Interessierte sind eingeladen.