2. Dezember 2010 Christian Kunze (Oschatzer Allgemeine Zeitung)

Liebschützberg - Unterversorgung beim schnellen Internet

Liebschützberg. Nach Ganzig und Kleinragewitz hat die Gemeinde Liebschützberg auch in den übrigen 15 Ortsteilen der Gemeinde ein Gutachten über Bedarf und Verfügbarkeit zur Breitbandversorgung in Auftrag gegeben (wir berichteten). Die Ergebnisse dieses Gutachtens und weitere Schritte erläuterte ein Vertreter der Zuständigen Innoka GmbH aus Lauchhammer zur jüngsten Ratssitzung im Jugendclub Clanzschwitz. Ebendort fand im September auch eine Informationsveranstaltung zum Thema Breitbandversorgung statt.
Das Gutachten weist für 13 der untersuchten Ortsteile eine hundertprozentige Unterversorgung vor. Damit ist es für die Gemeinde eine unverzichtbare Grundlage für weitere Breitbandentwicklungsmaßnahmen, erklärte Ralf Berger von der Innoka GmbH Lauchhammer, die das Gutachten erstellte. Bewilligt wurden die Mittel dafür bereits im Juni diesen Jahres. Unterversorgt gilt dann, wenn die übertragene Datenmenge geringer ist als zwei Megabytes pro Sekunde. "Alles was darüber ist, kann auch nicht gefördert werden", verdeutlichte Berger. Über das Ile-Programm des Sächsischen Zweistromlandes wird die Investition in Breitband zu 90 Prozent gefördert.
Für den Liebschützberger Raum existieren prinzipiell zwei Möglichkeiten der Versorgung: Zum einen die leitungsgebundene, zum anderen die drahtlose Variante über UMTS-Frequenzen und kabelloses Funknetz. Die Phase zwei, auch investive Phase genannt, wird mit dem Bestätigen des Gutachtens der Räte gestartet. Sie umfasst alle weiteren Schritte über die Auswahl der Verfahren, Ausschreibung, Vergabe der Leistungen bis hin zum Versorgervertrag und der eventuellen Ertüchtigung vorhandener Anlagen. Der Zuwendungsbescheid für die Ortsteile Ganzig und Kleinragewitz ist bereits eingegangen, hier wird derzeit der Vertrag angestrebt.
Da jeder Ortsteil einzeln ausgeschrieben wird, wollte Andreas Müller (CDU) mit hoher Wahrscheinlichkeit eben so viele Anbieter zuschlagen. Ralf Berger erklärte, dass es in der Praxis häufig Zusammenschlüsse von Losen gibt, was auch die Zahl der Anbieter reduziere. Dies sei vor allem vom gewählten Verfahren abhängig. Roland Hammer (SV Borna) der die Untersuchung weiterer Ortsteile einst angeregt hatte, machte der unkalkulierbare Eigenanteil zu schaffen. Der würde sich zwischen 50000 und 10000 Euro für die Gemeinde einpegeln. "Das ist ein ganz schöner Happen". Bauamtsleiter Christian Fischer gab zu bedenken, dass die Vergabe der einzelnen Orte ganz vom Votum der Gemeinderäte abhänge. "Die entsprechenden Eigenmittel sind im Haushalt verankert".