12. November 2010 Heike Liesaus (Leipziger Volkszeitung)

Lob, Fördermittel und Digitalfunk

Landrat berät mit Wehrleitern im Eilenburger Gerätehaus

Eilenburg. So ist das bei den Feuerwehren: Ausgerechnet der Gastgeber musste Montagabend ausrücken, als sich die Gemeindewehrleiter, Kreisbrandmeister, die Vorsitzenden der Kreisfeuerwehrverbände und die Kreisjugendwarte im Saal des Eilenburger Gerätehauses mit Landrat Michael Czupalla (CDU) und Dezernentin Angelika Stoye trafen. Gunter Kneiß, der Leiter der Wehr der Muldestadt, kam aber schnell wieder zurück. Es war nur Unrat in einem ehemaligen Lager gewesen, der brannte. Kneiß und alle anderen erwarteten eine Faktenflut, aber auch jede Menge Lob, das Landrat Michael Czupalla zu allererst verteilte: "Ihre fachlich hervorragende Arbeit als Führungskräfte der Feuerwehr des Landkreises, die sich mit Ihren Kameradinnen und Kameraden ehrenamtlich für die in Not geratenen Mitbürger einsetzen, kann nicht genug gewürdigt werden." Czupalla erinnerte an die Einsätze bei den Tornadoschäden zu Pfingsten in Belgern, bei den Hochwassern im Sommer, an die großen Brände bei den Delitzscher Kreiswerken, beim Metallrecycling in Großtreben und in der Recyclinganlage Hohenossig. Damit die Helfer den großen und kleinen Katastrophen nicht mit bloßen Händen gegenüberstehen, gebe es eine intensive Förderung des Feuerwehrwesens. Die Investitionsbereitschaft der Städte und Gemeinden sei auch im Jahr nach dem Konjunkturpaket II ungebrochen. 2010 wurden von den Kommunen mehr als 100 Anträge für die Förderung der Beschaffung unter anderem von Fahrzeugen oder den Bau von Gerätehäusern gestellt. Der Landkreis konnte über zwei Millionen Euro vom Freistaat verfügen. Eine halbe Million Euro flossen für die "Förderung der Umstellung der Alarmierungstechnik auf digitale Ansteuerung". Mit dem Konjunkturpaket habe es 2009/10 außerdem 1,5 Millionen zusätzlich gegeben. Wichtig an dieser Stelle: "Die Fördermittelanträge müssen bis zum 30. November beim Landratsamt eingereicht werden", erinnerte der Chef der Kreisverwaltung. So gibt es ab 2011 eine 75-prozentige Förderung für Feuerwehrgerätehäuser, -fahrzeuge sowie den Um- und Ausbau von Gebäuden für Feuerwehrzwecke. Ausrüstung, Schutzkleidung, Fernmeldetechnik, Löschwasserentnahmestellen würden mit 50 Prozent gefördert und Dienstkleidung mit 25 Prozent. Die endlose Geschichte der Umstellung auf Digitalfunk schälte sich als eines der Hauptprobleme der kommenden Jahre heraus. Karl-Heinz Charras, der Stellvertreter des Kreisbrandmeisters, konnte über den derzeitigen Stand berichten. Der Übergang in den regulären Betrieb sei nun sachsenweit für den 1. Januar 2014 geplant. Insgesamt müssen 13000 Handfunkgeräte (Hand Radio Terminal, HRT) und 5500 mobile Geräte für die Fahrzeuge (Mobil Radio Terminal) angeschafft werden. Derzeit seien insgesamt 125 Geräte zu Testzwecken an die Dienststellen und Behörden ausgeliefert. Die Auslieferung der Endgeräte, 380 MRT und 980 HRT, soll für Feuerwehren, Rettungsdienste und den Katastrophenschutz im zweiten Quartal 2013 erfolgen. Insgesamt müssen 75000 Endanwender auf digital umgeschult werden. Dass der Landkreis an der Delitzscher Leitstelle festhalten will, wurde mehrfach betont. "Wenn unser Antrag gehört wird, genügt ein Gesamtkostenanteil in Höhe von 500000 Euro, um die Leitstelle umzurüsten", erklärte Angelika Stoye. In Leipzig dagegen stecke das Projekt in den Kinderschuhen, sei noch nicht einmal die Grundstücksfrage geklärt. "Es lohnt, für diese Cluster-Lösung zu kämpfen."