Löbnitz (if). Die Löbnitzer Gemeinderäte haben Bürgermeister Axel Wohlschläger (CDU) beauftragt, mit der Stadt Bad Düben über den Abschluss einer Schulzweckvereinbarung zu verhandeln. Hintergrund ist die angestrebte Sicherung des Grundschulstandortes Löbnitz. Die Schule hat immer mal wieder Probleme, die Zahl von geforderten 15 Erstklässler aus dem ihr zugeordneten Schulbezirk zu erreichen. Gemeinsam mit Bad Düben soll nun ein gangbarer, gesetzeskonformer und für alle vernünftiger Weg gefunden werden. Dieser soll es erlauben, dass auch Tiefenseer und Schnaditzer Kinder, die in Löbnitz eingeschult werden möchten, in die Berechnung einbezogen werden können.
Gemeinsam mit Gemeinderat Heiko Wittig (SPD) hat der Löbnitzer Ortschef im Februar dazu schon einmal im Bad Dübener Ältestenrat vorgesprochen. Prinzipiell sei man dem Ganzen nicht abgeneigt, fasste Axel Wohlschläger seinen Eindruck von diesem Besuch zusammen. Anders als es noch im Februar schien, gibt es nun aber keinen Zeitdruck bei den Vertragsausarbeitungen.
Denn seit wenigen Tagen kann Löbnitz nun dank des Zuzuges einer vierköpfigen Familie samt Schulanfänger nun doch die 15 vom Freistaat geforderten Löbnitzer Schulanfänger vorweisen. Damit werden im August im Pferdedorf voraussichtlich 17 Zuckertüten verteilt. Denn auch zwei Familien aus Bad Dübener Ortsteilen möchten ihren Nachwuchs gen Löbnitz schicken. Diese werden aber eben auch aufgrund der nicht vorhandenen Schulzweckvereinbarung in der Schülerzahl-Statistik des Freistaates nicht berücksichtigt.
Die Gemeinderäte wollen für die Zukunft auf Nummer sicher gehen und sprachen sich dafür aus, eine Schulzweckvereinbarung mit der Nachbarstadt zu schließen.
Gemeinderat Michael Friedrich (Die Linke) gab dabei zwar zu bedenken, dass dies der erste Sargnagel für die Aufgabe der kommunalen Selbstständigkeit sein könnte. Doch der im Raum stehende Verlust des Schulstandortes überwog diese Befürchtungen.
"Außerdem", so erklärte Axel Wohlschläger, "dass die Gemeinde auch im Falle eines Falles damit nicht auf ein Zusammengehen mit Bad Düben festgenagelt ist." Er räumte aber ein, dass dies zumindest ein Argument für diese Richtung wäre.