Oschatz. Die Collm-Klinik hat im vergangenen Jahr weniger Gewinn gemacht als geplant. In diesem Jahr soll das Ergebnis mit steigenden Patientenzahlen verbessert werden. Das sagte Jörg Bader, Geschäftsführer der Klinik, gestern zum Neujahrsempfang.
Das Ausnahmejahr 2009 mit dem besten Betriebsergebnis in der Klinik-Geschichte konnte das Oschatzer Krankenhaus 2010 nicht wiederholen. Das Jahresergebnis 2010 sei zwar positiv, aber nicht so hoch wie geplant, so Bader. Der demografische Wandel, Praxisschließungen und ein verschärfter Wettbewerb zwischen den Kliniken habe dazu geführt, dass im Vorjahr 150 stationäre Patienten weniger behandelt worden seien als 2009. Gleichzeitig habe die Zahl der Geburten von 386 im Jahr 2009 auf 322 im Vorjahr abgenommen. "Eine Steigerung der Fallzahlen und damit der Erlöse steht für 2011 im Fokus", kündigte Bader an. Das soll zum Beispiel durch eine noch engere Zusammenarbeit der Klinik mit den niedergelassenen Ärzten erreicht werden, die ihre Patienten ins Krankenhaus einweisen.
Trotz des Ergebnisrückganges im Vorjahr wurde kräftig in die Collm-Klinik investiert - mit 2,2 Millionen Euro die höchste Summe seit Inbetriebnahme des Krankenhauses 1998. Neue Technik für die Gefäßchirurgie, die Gynäkologie und für den Operationsbereich wurden angeschafft.
Wie die meisten Krankenhäuser in Deutschland hat auch die Collm-Klinik Probleme mit der Besetzung von Arztstellen. "Leider wurde weder der im letzten Jahr in Aussicht gestellte Bürokratieabbau eingeleitet noch die Anzahl der Ausbildungsplätze von Medizinern erhöht", kritisierte Bader. Der Collm-Klinik sei es dennoch gelungen, fast alle offenen Stellen zu besetzen. Lediglich in der Gynäkologie sei eine Facharztstelle als Oberarzt unbesetzt.
"Der Landkreis Nordsachsen steht zu dieser Klinik auch in Zukunft", sagte Landrat Michael Czupalla (CDU), der den Landkreis als Hauptgesellschafter vertritt. Er erinnerte zugleich daran, dass das Krankenhaus mit über 350 Mitarbeitern ein "stabiler Arbeitsplatzgarant" sei.
Stefan Härtel als Vertreter des zweiten Gesellschafters - der Asklepios-Kliniken-Gruppe - betonte mit Blick auf das unter den Erwartungen gebliebene Jahresergebnis der Collm-Klinik im Vorjahr: Das Oschatzer Krankenhaus habe keine finanziellen Probleme. "Die Klinik muss sich aber in einer wandelnden Zeit wandeln", sagte er.
Jörg Bader: Eine Steigerung der Fallzahlen und damit der Erlöse steht für 2011 im Fokus.