Torgau/Nordsachsen (TZ). Während die Zahl der versicherungspflichtigen Arbeitsstellen im Altkreis Torgau im zurückliegenden Jahr gestiegen ist, ist die Zahl der Arbeitnehmer, die im Altkreis wohnen, zurückgegangen. Diesen Gegensatz haben Statistiker der Agentur für Arbeit ermittelt. Die generieren regelmäßig Interessantes aus ihren unendlich erscheinenden Datenmengen. Am bekanntesten sind die monatlich erscheinenden Zahlen zum Arbeitsmarkt. Während dabei aber die Menschen im Fokus der Berichterstattung stehen, die keine Arbeit haben, geht die Erhebung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten den gegensätzlichen Weg.
Die Eingrenzung auf Jobs, bei denen eine Sozialversicherungspflicht besteht, lässt den zweiten Arbeitsmarkt mit seinen zahlreichen Fördermöglichkeiten außen vor. „Wir können einmal darstellen, wie viele Arbeitsplätze es im Bereich einer Agenturgeschäftsstelle gibt“, so Agentur-Pressesprecher Volkmar Beier. Außerdem lasse das Datenmaterial eine Erhebung darüber zu, wie viele Menschen, die im Bereich einer Agenturgeschäftsstelle leben, einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nachgehen. Die Roh-Zahlen der Erhebung stammen aus dem März dieses Jahres. Die Zeit bis jetzt habe es gedauert, um die Informationen auszuwerten, so Beier.
Der Einzugsbereich der Agenturgeschäftsstelle Torgau umfasst den Altkreis Torgau in seinen Grenzen bis 1994. Laut Agentur-Angaben gibt es hier 14 552 Jobs – das sind 146, also ein knappes Prozent, mehr als im Vorjahr. Zumindest was den Zuwachs angeht, ist die Region durchaus auf Augenhöhe mit den Nachbarn in Oschatz oder Eilenburg. Einen Sprung um 3,8 Prozent legte Wurzen hin – Zugpferd sei hier die Industrie, so Beier – und auch Delitzsch fällt mit plus 4,6 Prozent deutlich aus dem Rahmen. Die Randlage zu Leipzig mache den Unterschied, sagt Beier. Für den Zuwachs der Arbeitsstellen im Torgauer Raum sind seinen Angaben zufolge das verarbeitende Gewerbe, der Bau und die Zeitarbeit verantwortlich.
Rückläufig ist die Zahl der in der Region lebenden Menschen, die einer Beschäftigung nachgehen – ob nun vor Ort, im Tagespendelbereich oder noch weiter entfernt. Im Jahr 2010 waren das noch 17 078. In diesem Jahr weist die Statistik 16 989 Beschäftigte aus – 89 weniger. Dieses Minus von 0,5 Prozent ist der einzige negative Wert im gesamten Agenturbezirk. Während die Zahl der arbeitenden Oschatzer um 0,5 Prozent zugelegt hat, waren es beispielsweise in Wurzen 2,1 oder in Grimma 1,3 Prozent.