4. April 2011 Leipziger Volkszeitung

Mehr Schüler: Arzberg will neue Wege beschreiten

Arzberg (cw). Beim Arzberger Förderverein der Grundschule arbeitet man weiter kräftig an der Zukunft der örtlichen Bildungseinrichtung. Für Aufsehen sorgte vor wenigen Tagen die Nachricht, dass man ernsthaft über integratives Schulkonzept nachdenkt - einem Konzept, bei dem lernbehinderte Schüler nicht ausgegrenzt werden, sondern einen festen Platz innerhalb der Schulgemeinschaft finden. Fördervereinsvorsitzender Stefan Keil räumte während der jüngsten Gemeinderatssitzung ein, dass der Verein von der Idee einer Petition zunächst Abstand genommen habe. Die Annahme, dass sich die sächsische Landesregierung auf eine Änderung des Schulgesetzes einlasse und hinsichtlich der Mindestschülerzahlen kleinen Landschulen mehr Spielraum lasse, sei derzeit unrealistisch. Keil: "Eine Petition wäre deswegen nur ein stumpfes Schwert." Stattdessen arbeitet man nun gezielt an der Erstellung eines integrativen Schulkonzepts, um der Grundschule einen gewissen Sonderstatus zu verleihen. Dabei würden Experten der Uni Leipzig den Arzbergern hilfreich zur Seite stehen, erläuterte Keil. Bereits Ende Mai/Anfang Juni solle eine erste Informationsveranstaltung über das Vorhaben Auskunft geben und vor allem eine konstruktive, öffentliche Diskussion in Gang setzen. "Wir verfolgen mit unserem Plan zwei Ziele", betonte Stefan Keil. Vorrangig gehe es in Anbetracht der in den kommenden Jahren zu erwartenden Erstklässlerzahlen um die Bestandssicherung der Schule - Stichwort "Kurze Wege für kurze Beine." Nicht minder wichtig sei aber auch das Vorhaben, ein für alle Schüler interessantes und vielgestaltiges Bildungskonzept zu etablieren - am besten mit dem Ausbau des bereits bestehenden Ganztagsangebots. Ein erster Vorberatungstermin ist für den 15. April terminiert. An diesem sollen neben Vertretern der Schule auch Experten der Uni sowie Mitarbeiter der Verwaltung teilnehmen.