20. Juli 2011 Sebastian Stöber (Torgauer Zeitung)

Neue Form für Agentur

Oschatz/Torgau (TZ). Der Arbeitsagenturbezirk Oschatz bekommt einen neuen Zuschnitt. Die Pläne sind Teil der Neuorganisation, die die Bundesbehörde in den kommenden Monaten vorantreiben will. Wie es aus Agenturkreisen heißt, wird der Bezirk auf den Altkreis Delitzsch ausgedehnt, umfasst damit den gesamten Landkreis Nordsachsen. Außerdem soll künftig auch der Landkreis Leipzig dazugehören. Auf der anderen Seite muss Oschatz den Bereich Döbeln abgeben. Dieser wird wohl Teil eines neuen Agenturbezirks unter dem Namen Mittelsachsen.

Im Landratsamt Nordsachsen stößt der Reformvorschlag aus Nürnberg auf Wohlwollen. „Aus Sicht des Landkreises wäre das eine gute Sache“, sagte Pressesprecher Rayk Bergner gestern. Bislang arbeite Nordsachsen im Jobcenter mit zwei Arbeitsagenturen zusammen: der Oschatzer für den Alkreis Torgau-Oschatz und der Leipziger für den Altkreis Delitzsch. „In Zukunft hätten wir dann nur noch einen Ansprechpartner anstatt zwei, mit denen wir uns abstimmen müssen.“ Darüber hinaus gehe er davon aus, so Bergner weiter, dass auch innerhalb der neuen Struktur die Standorte der Agentur im gesamten Landkreis erhalten bleiben. Auf Anfrage der Torgauer Zeitung unterstrich der Oschatzer Agentur-Pressesprecher, Volkmar Beier, dass die Bundesbehörde an ihren Standorten in der Fläche festhalten werde. Die Schließung von Geschäftsstellen sei nicht geplant. Vielmehr sei es Ziel der angestoßenen Umstrukturierung, sich noch mehr nach den regionalen Strukturen auszurichten. Wann genau der neue Agenturzuschnitt Realität wird, ist derweil noch unklar. In diesem Jahr soll es aber nicht mehr passieren. Wahrscheinlicher ist der Frühling 2012.

Bis dahin müssen noch eine Reihe Entscheidungen getroffen und Feinabstimmungen vorgenommen werden. Die Reform, die deutschlandweit und vor allem auf Länderebene wirken soll, wird Teil eines Gesetzes sein, das der Bundestag beschließen muss. Bis dahin werden sich außerdem die Spitzengremien der Agentur für Arbeit noch intensiv mit der Reform beschäftigen. Ende September, so der aktuelle Stand, soll auf Basis der jetzt vorgelegten ersten Überlegungen ein weiter gefasstes Konzept vorgelegt werden.