Der seit Jahren geführte Kampf David gegen Goliath um den Erhalt der Rettungsleitstelle in Delitzsch steht kurz vor der Entscheidung (LVZ 12.01.2011). Dabei unterstützt die LINKE ohne Wenn und Aber die Position von Landrat Czupalla, gemeinsam mit dem Landkreis Leipzig die hoch moderne und bestens funktionierende Delitzscher Leitstelle weiter zu betreiben. Das ist die voll funktionsfähige und kostengünstige Alternative zur nicht nachvollziehbaren Entscheidung des Innenministeriums, die mit über sieben Millionen Euro Aufwand gebaute Delitzscher Einrichtung zu schleifen und die Landkreise zur teuren Beteiligung an der Leipziger Großleitstelle zu zwingen.
Neben dem einleuchtenden Kostenargument hätte der Erhalt unserer Leitstelle den großen Vorteil, dass Delitzsch im Falle einer Störung oder eines (Teil)Ausfalls der Leipziger Leitstelle sofort als Orts nahe „Rückfallebene“ dienen könnte. Ebenso gilt das umgekehrt. Dieses doppelte Netz ist gerade mit Blick auf den Flughafen von großer Bedeutung. Natürlich könnte heute jeder Notruf prinzipiell auch in Plauen oder in Görlitz entgegengenommen werden. Am Ende aber entscheiden immer noch Menschen mit ihren vorhandenen oder fehlenden Ortskenntnissen, ob die gesetzliche Frist von 12 Minuten eingehalten und Leben gerettet wird.
Sollte das Innenministerium seinen Zentralisierungswahn durchsetzen und sehenden Auges den klammen Landkreis zum Verschwenden von Steuermitteln nötigen, wäre das ein klassischer Fall für den Sächsischen Rechnungshof.
Dr. Michael Friedrich
Vorsitzender Fraktion DIE LINKE