Torgau/Nordsachsen (TZ/seb). Bereits vor einem viertel Jahr hatte die TZ exklusiv über anstehende Umstrukturierungen im Verwaltungsapparat des Landkreises berichtet. Am Mittwoch hat der Kreistag diese nun in mehrere Beschlüsse gegossen. Die neue Struktur soll helfen, Nordsachsen effektiver und kostengünstiger zu verwalten. Sie wird als ein Schritt betrachtet, das auf 2015 ausgerichtete Konsolidierungsziel für die Kreisfinanzen zu erreichen.
Ab Januar 2012 schrumpft die Führungsspitze des Landratsamts um ein Dezernat und eine dezernentengleiche Stelle. Bislang stand der Kommunale Eigenbetrieb Bildungsstätten auf einer Ebene mit den Dezernaten. Aufgrund der Aufgabenfülle war dies gerechtfertigt. Schließlich wurden über den Betrieb nicht nur die Schulen, Schullandheime und die Sternwarte verwaltet, sondern sämtliche kreiseigenen Liegenschaften betreut. Diese Struktur wird nun zerschlagen. Der bisherige Leiter, Dr. Artur Beuchling, geht in den Ruhestand. Komplett aufgelöst wird das Baudezernat. Dessen Aufgabenkreis geht aufs Umweltdezernat über, das vom stellvertretenden Landrat, Ulrich Fiedler, geleitet wird. Der hatte bereits im Altkreis Delitzsch mit diesem Aufgabenkreis zu tun, betritt also kein völliges Neuland. Der bisherige Baudezernent, Hans-Hartmut Grabmann, tritt zunächst einen Schritt zurück, übernimmt bis zu seinem Ruhestand das Bauordnungsamt. Dessen aktueller Leiter ist Gunter Bidmon, der bereits Ende dieses Jahres ausscheidet.
Auch in die anderen Ebenen kommt Bewegung. Das Büro des Landrats verschmilzt mit dem Kreistagsbüro. Im Dezernat I werden Haupt- und Personalamt zusammengefasst. Als Leiterin bestätigte der Kreistag die bisherige Personalamtsleiterin, Petra Walther. Neu in diesem Dezernat ist der Eigenbetrieb „Bildungsstätten des Landkreises Nordsachsen“, ein Fragment des alten Eigenbetriebs, das die Volkshochschulen und Musikschulen des Kreises umfasst. Als eigenes Amt wird im Dezernat künftig die Schul- und Liegenschaftsverwaltung geführt. Sie ist ebenfalls ein Bruchstück des aufgelösten Beuchling-Betriebs und wird künftig von Uwe Kupfer geleitet. Der steht bislang noch dem Hauptamt vor. Vom ehemalgen „Groß-Eigenbetrieb“ bleibt noch der Bereich Kulturraum/Kultur/Sport – den betreut künftig das Amt für Wirtschaftsförderung, Landwirtschaft, Kultur und Tourismus unter Ägide von Uta Schladitz mit. Gelten diese Änderungen bereits im kommendem Jahr, kündigt sich eine weitere für 2013 an. Dann nämlich wird der Eigenbetrieb Rettungsdienst des Landkreises aufgelöst und als Sachgebiet ins Brandschutzamt des Ordnungsdezernats eingegliedert.
„Es ist uns gelungen, all diese Maßnahmen ohne betriebsbedingte Kündigungen zu bewältigen“, gab Landrat Michael Czupalla im Kreistag bekannt. Immer betont wird auch, dass es kaum Reibungspunkte gab. Zuletzt noch mit leichten Fragezeichen versehen war, was die künftigen Führungsposten im neuen Eigenbetrieb Bildungsstätten, der Volkshoch- und Musikschulen betrifft. Auch hier bestätigte sich in der Mittwochssitzung, was die Torgauer Zeitung bereits Ende August berichtet hatte. Die Gesamtleitung des Betriebs übernimmt Dorothee von Gynz-Rekowski, aktuell noch Chefin der Torgau-Oschatzer Volkshochschule. Ihr untersteht zum einen Elvira Dreßen, die die Kreismusikschule künftig im ganzen Landkreis unter dem Namen „Heinrich Schütz“ leitet. Norbert Morch leitet ab Januar die Volkshochschule Nordsachsen.