Eilenburg. Eine Streuobstwiese hat am Donnerstag Umwelt- und Landwirtschaftsminister Frank Kupfer übergeben. Begrüßt wurde er dabei nicht nur vom Landschaftspflegeverband, sondern auch von etlichen Protestierenden. Sie machten mit Plakaten wie "In der Region des Tourismus und der Massentierhaltung" auf sich aufmerksam und richteten speziell an den Landrat die Frage, ob "wir noch Kommunalvertreter brauchen".
Gegen das Versprechen, die Veranstaltung nicht zu stören, durften die in weißen T-Shirts mit Aufdrucken gegen die Massentierhaltung Gekleideten auf das Gelände der Caritas. Hier gab es aber eine Kundgebung der ganz anderen Art. Kupfer eröffnete die Demonstrations-Streuobstwiese, indem er eine Informationstafel enthüllte.
Der Biotop ist Teil des Programms "Vorhang auf für Sachsens Natur" der sächsischen Landespflegeverbände ist, wie Christina Kretzschmar vom Deutschen Verband für Landschaftspflege erklärte. "Tue Gutes und rede drüber" sei das Motto, das es umzusetzen gebe. Wie sie schickte Landrat Michael Czupalla (CDU) seinen Dank für die Unterstützung nach Dresden. Der Freistaat unterstützt das Programm "Streuobstkreisläufe in Nordsachsen" mit einer 85-prozentigen Förderung. 34000 Euro stehen so in den nächsten drei Jahren für Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit zur Verfügung. Diese sollen, so Veronika Leißner vom Landschaftspflegeverband Nordwestsachsen, im Landkreis, im Muldental und Leipziger Land ausgegeben werden. Dass die Eröffnung der Streuobstwiese "wunderbar ins Festprogramm der 1050-Jahr-Feier" passt, fand Eilenburgs Oberbürgermeister Hubertus Wacker (parteilos). Hans-Otto Schlotmann, Leiter St. Martin Caritas Hilfeverbund, gestand: "Zugegebenermaßen sind es auch die wenigen finanziellen Ressourcen gewesen, welche die zwei Hektar Streuobstwiese haben überleben lassen. Nun fliegt hier sogar ein Bienenvolk mit Bildungsauftrag." Und Kupfer stellte fest: "Die Übergabe des Fördermittelbescheides ist gerade neun Monate her." Und dass man nach dieser Zeit ein gutes Ergebnis sehe, habe sich einmal mehr auch in Eilenburg bestätigt.