Nordsachsen (TZ/seb). Für die Kindertagesstätten des Landkreises gab es in dieser Woche eine gute und eine schlechte Nachricht. Zunächst die schlechte: Die Förderung für das Ernährungsprojekt „Lecker und gesund genießt Nordsachsens Kindermund“ ist ausgelaufen. Den Schlusspunkt setzte die Preisverleihung in einem Wettbewerb für Brotaufstriche. Die gute Nachricht lautet, dass im Gesundheitsamt bereits erfolgreich nach neuen Fördertöpfen gefahndet wurde. Noch im März können hier die ersten Weichen gestellt werden. Das kündigte Angelika Stoye an, zu deren Ordnungsdezernat das Gesundheitsamt gehört.
„Wir sind dabei, andere Töpfe aufzumachen“, bestätigt Brit Gruhne, die Koordinatorin des Projektes. Sicher scheint allerdings, dass zukünftig nicht mehr so viele Mittel wie bislang zur Verfügung stehen. Denn „Lecker und gesund“ wurde 2010 als Modellprojekt des Freistaats mit entsprechenden Geldern ausgestattet. „Es wird massive Änderungen geben“, kündigt Brit Gruhne an, verspricht aber im gleichen Atemzug: „Wir werden versuchen, sie in der Praxis optimal zu bewältigen.“ Mit wir meint sie das Landratsamt Nordsachsen und die Vernetzungsstelle für Kita- und Schulverpflegung bei der Verbraucherzentrale Sachsen, die das Projekt mit reichlich Know-how unterstützt hat.
Dass eine Fortführung des Projekts an sich sinnvoll ist, zeigt allein ein Rückblick auf die zentralen Aktivitäten der Projektleitung im Jahr 2010: Vier Fortbildungen für Erzieher zu Ernährungsthemen, ebenso viele Workshops für Speiseanbieter, sechs Werkstattgespräche und diverse Infoabende für Eltern – verteilt über das gesamte Kreisgebiet. „Wir haben jede Kindertagesstätte im Kreis telefonisch kontaktiert und gefragt, wo das Personal Schwerpunkte sieht, wo es Unterstützung braucht“, berichtet Brit Gruhne. Auf diesem Wege sei beispielsweise die Idee für eine Fortbildung zum Thema Süßigkeiten entstanden. Inzwischen, berichtet Brit Gruhne, gibt es in 73 Kindertagesstätten des Landkreises über das Projekt ausgebildete Ernährungsbeauftragte. Eine respektable Zahl, doch noch ein Stück entfernt vom Ziel, bis 2013 in mindestens 70 Prozent aller Einrichtungen eine solche Kraft zu haben.
Als Erfolg wertet die Koordinatorin die Kontakte zu den Speiseanbietern der Kitas. „Über 60 Prozent haben wir erreicht, vor allem die kleineren Unternehmen nutzten das Angebot sehr stark.“ Und sie brachten sich selbst ein. So habe man 2010 auf Initiative der Anbieter das Thema Allergieessen in die Weiterbildungen aufgenommen. Gut genutzt werde von Kitas und Anbietern auch das Angebot, die Speisepläne eines Monats bei der Vernetzungsstelle auf Einhaltung der Ernährungsstandards prüfen zu lassen. „Daraus ergeben sich in der Regel wertvolle Hinweise für die Umsetzung vor Ort“, weiß Brit Gruhne.