Kreisgebiet. Die Landkreisverwaltung hat das Energiekonzept für den Landkreis Nordsachsen, die Region Dübener Heide und der Landkreise Wittenberg und Anhalt-Bitterfeld vorgestellt. Wesentlicher Inhalt ist die Ermittlung des Energiebedarfes und die Darstellung des bereits heute vorhandenen Standes der Nutzung erneuerbarer Energien. Im Konzept werden aber auch vorhandene Potenziale dargestellt, aus denen sich strategische Maßnahmen auf regionaler Ebene ableiten lassen.
"Wir haben für den Landkreis eine Ist-Analyse erstellt, die es bisher nicht gab. Das Ergebnis hat auch mich überrascht: 43 Prozent des Stoms erzeugen wir heute schon aus regenerativen Energien. Sachsen fordert bis 2020 24 Prozent", sagte Uta Schladitz, Chefin der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) des Landkreises, gestern auf Anfrage der Kreiszeitung. Nordsachsen ist damit lange vor dem Termin im Soll. Die WFG hat das Konzept in Auftrag gegeben.
Ziel ist es unter anderem, die Energieverbräuche zu senken. Beispielsweise mit dem Einsatz von Biomasse. Der Landkreis arbeitete seit September an dem Werk. In Zeiten des zunehmenden Verbrauchs an Energie bei gleichzeitiger Verknappung der weltweiten Ressourcen an fossilen Energieträgern und der zunehmenden globalen Erwärmung müssen neue Wege der Energieerzeugung begangen werden, heißt es darin.
In Deutschland und damit auch in Nordsachsen wird aufgrund der großen Bevölkerungsdichte und einem hohen Industrialisierungsgrad sehr viel Energie verbraucht. Einheimische fossile Brennstoffe, wie Stein- und Braunkohle, sind nur endlich vorhanden. Erdöl und Erdgas müssen importiert werden.
Nordsachsen und seine Partner suchen in dem seit mehr als zehn Jahren bestehenden sogenannten Aktionsraum des regionalen Entwicklungskonzepts Dübener Heide nach Lösungen, um den Energieverbrauch der Region zu senken sowie den Einsatz fossiler Energien zu reduzieren und schließlich vollständig zu ersetzen. Das erscheint langfristig nur mit dem Einsatz eines abgestimmten Mixes der verschiedenen regenerativen Energieträger möglich. Die Nutzung lokal verfügbarer Ressourcen soll zudem ein enormes Potenzial an regionaler Wertschöpfung freisetzen. Das vorliegende Papier stellt regenerative Energien in der Region dar und gibt Empfehlungen für die Effizienzsteigerung bei Nutzung und Einsatz der vorhandenen regenerativen Ressourcen.
Das Konzept soll Kommunen und sonstigen Akteuren in der Region (Erzeuger, Versorger und so weiter) als eine Leitlinie zur Verfügung stehen. Es kann und soll damit strategisches Instrument für die Wirtschaftsförderung im Landkreis und die Regionalentwicklung sein. Geplant ist auch, es als fachlichen Teil des Entwicklungskonzeptes für den Landkreis zu übernehmen.