Oschatz/Torgau/Delitzsch. Der Landkreis ist an drei Krankenhausgesellschaften beteiligt. Zu 100 Prozent gehören ihm die Einrichtungen in Torgau und Delitzsch/Eilenburg. 75-prozentiger Eigner ist der Kreis bei der Collm-Klinik, die zu 25 Prozent auch der Asklepios-Gruppe gehört. Alle Gesellschaften besitzen wiederum selbst Töchter und haben sich breit im Gesundheitsmarkt aufgestellt. Der Beteiligungsbericht des Landkreises für das Jahr 2009 gibt dazu Auskunft.
Mit 323 Mitarbeitern ist die Collm-Klinik das kleinste Haus im Portfolio des Kreises. Der Jahresüberschuss lag 2009 bei 1,54 Millionen, der Pro-Kopf-Umsatz bei rund 89 000 Euro. Laut Beteiligungsbericht war die Klinik zu 81 Prozent ausgelastet, die Verweildauer betrug im Schnitt knapp acht Tage. Auch in Oschatz wird zäh um neue Ärzte gerungen. Etwa ein Viertel kämen bereits aus dem Ausland, heißt es im Lagebericht der Geschäftsleitung. 100-prozentige Tochter der Klinik ist die Collmed GmbH. Analog zum Torgauer MVZ betreibt sie Medizinische Versorgungszentren in der Oschatzer Region, um dort die ambulante Versorgung zu stützen.
Kreiskrankenhaus Delitzsch
Die Kreiskrankenhaus (KKH) Delitzsch GmbH hält an ihren Standorten Delitzsch und Eilenburg 300 Betten. 441 Mitarbeiter sind hier beschäftigt. 2009 machten die Häuser einen Umsatz von rund 35 Millionen und erwirtschafteten dabei einen Gewinn von rund 1,34 Millionen Euro. Der Umsatz pro Kopf - und hier sind Stellen, nicht Mitarbeiter gemeint - lag bei rund 71000 Euro. "Insgesamt wurden im Berichtszeitraum 12061 Patienten stationär und 14483 Patienten ambulant behandelt", heißt es im Bericht. Während die Fallzahlen im stationären Bereich unter anderem wegen der Bauarbeiten in Eilenburg rückläufig gewesen seien, habe man im ambulanten Bereich eine Steigerung der Zahlen verbuchen können. Die Gesellschaft investierte 2009 wie schon in den Jahren zuvor in Bauarbeiten an der Eilenburger Klinik. Außerdem wurde Medizintechnik und Ausstattung im Wert von rund 1,81 Millionen Euro angeschafft.
Das Kreiskrankenhaus ist an drei weiteren Unternehmen beteiligt. Die Seniorenpflege und Wohnen Delitzsch GmbH und die KKH Delitzsch GmbH gehörten bereits 2009 zu 100 Prozent dazu. Am Behindertenzentrum Delitzsch war das KKH 2009 nur zu 40 Prozent beteiligt, kaufte die restlichen Anteile jedoch 2010 vom Landkreis Nordsachsen dazu.
Die Seniorenpflege und Wohnen GmbH beschäftigt 119 Mitarbeiter und betreibt Senioren- und Altenpflegeheime. Dort wurden 2009 148 Bewohner gezählt, dazu kamen 45 Klienten in der ambulanten Pflege und 14 in der Tagespflege. Die GmbH erwirtschaftete einen Jahresüberschuss von 348000 Euro. 71 Mitarbeiter bescherten der KKH Delitzsch Service GmbH einen Überschuss von 6600 Euro. Das Unternehmen bietet im Bereich des Altkreises Delitzsch Dienstleistungen für Kranken- und Pflegeeinrichtungen an, die nicht im medizinischen oder pflegerischen Bereich liegen.
Kreiskrankenhaus Torgau
2009 standen im KKH Torgau 458 Menschen in Lohn und Brot. Als Jahresüberschuss weist der Beteiligungsbericht rund 5,89 Millionen Euro aus. Über das Jahr hinweg wurden rund 32,71 Millionen Euro umgesetzt. Bei rund 65000 Euro lag der Pro-Kopf-Umsatz des Hauses. Die Auslastung des Hauses wird mit 77,1 Prozent angegeben, die Verweildauer der Patienten mit etwas mehr als fünf Tagen.
"Die tatsächliche Mittelverfügbarkeit zwingt das Krankenhaus von Jahr zu Jahr zur Ausschöpfung sämtlicher Einsparpotenziale. Hinzu tritt ein permanenter Mangel an Ärzten. Trotz wachsender Beschäftigtenzahl in dieser Dienstart können freie Stellen nicht ausreichend mit geeigneten Bewerbern besetzt werden", hieß es im Lagebericht der Geschäftsleitung. Was die Zukunftsaussichten angeht, setzt die Torgauer Einrichtung - wie auch die in Delitzsch/Eilenburg - auf die Kooperation mit benachbarten öffentlichen Häusern und den "Auf- beziehungsweise Ausbau eines gemeinsamen Verbundes zu einem Gesundheitszentrum".
Stationäre Pflegeheime
100-prozentige Töchter des Torgauer Kreiskrankenhauses sind Krankenhaus Service GmbH, die Vitaris - Pflege und Altenheim gGmbH, die wiederum 50 Prozent an der Renaissance Pflegedienst gGmbH hält. In der Service GmbH waren 2009 insgesamt 29 Mitarbeiter beschäftigt, die einen Umsatz von rund 574000 und einen Gewinn von 900 Euro erwirtschafteten. Das Unternehmen erbringt Service-Leistungen insbesondere für das Torgauer Krankenhaus und die Vitaris gGmbH. Das sind vor allem Hauswirtschafts- und Verpflegungsleistungen.
160 Mitarbeiter zählte Vitaris. "Das Unternehmen betreibt in Torgau (60 Plätze) und Oschatz (87 Plätze) stationäre Pflegeheime. Darüber hinaus ergänzen 14 Wohnungen im Betreuten Wohnen und 15 tagesklinische Plätze das Angebot in Oschatz", so der Beteiligungsbericht. Dazu kommt die Kurzzeitpflege mit 14 Plätzen in Torgau sowie der Betrieb des Medizinischen Versorgungszentrums in der Stadt Torgau. Das Unternehmen erzielte im Berichtszeitraum einen Überschuss von rund 172000 Euro, wobei sich das Seniorenzentrum Oschatz in dieser Zeit noch teilweise in der Anlaufphase befand.