Nordsachsen (TZ). In Leipzig geht es heute um die Zukunft der Döllnitzbahn und darum, wie künftig die Züge zwischen Leipzig und Torgau verkehren. Getroffen werden die entsprechenden Absprachen im Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL). Nordsachsen hat in diesem Gremium drei von zehn Stimmanteilen. Weitere drei stehen dem Landkreis Leipzig zu, die Großstadt an der Pleiße kann vier Stimmanteile geltend machen. Festgehalten ist das im Beteiligungsbericht des Landkreises 2009.
Das Geschäftsjahr 2009 beendete der Verband mit einem Verlust von rund 456 000 Euro. Grund: die gestiegenen Kosten für die Absicherung des Zugverkehrs und Folgen des neuen Einnahme-Aufteilungsverfahrens im Mitteldeutschen Verkehrsverbund. Der hatte beschlossen, dass Mitgliedsunternehmen nicht mehr pauschal gefahrene Kilometer abrechnen können, sondern die beförderten Fahrgäste eine gewichtigere Rolle spielen. Das hatte sich für Unternehmen im ländlichen Raum mit langen Strecken und wenigen Menschen negativ ausgewirkt. Die Landkreise mussten ihre Zuschüsse nach oben anpassen. Zwar ist der Kreis auch am Zweckverband Döllnitzbahn beteiligt, unter Verweis auf fehlende Zuarbeit ist dieser jedoch nicht Teil des Beteiligungsberichs 2009.
Mit dem Kommunalen Sozialverband Sachsen (KSV) findet sich dort allerdings ein Schwergewicht, was die Finanzströme angeht. Rund 14,3 Millionen Umlage-Euro überwies Nordsachsen 2009 an den KSV. Der agiert im Sozialhilfe-Bereich und trägt vor allem die Verantwortung für die Eingliederungshilfen für Menschen mit Behinderungen. Nach oben gegangen ist die Umlage, die der Landkreis als eins von zwei Mitgliedern des Zweckverbandes Presseler Heidewald- und Moorgebiet zahlen muss. Waren das im Jahr 2008 noch rund 95 000 Euro, stieg die Umlage 2009 auf rund 110 000 Euro. Mit Nordsachsen im Zweckverbandsboot sitzt auch der NABU Sachsen. Er hat vier Stimmen bei Entscheidungen des Verbands, der Landkreis sechs.
Ein Stimmgewicht von 50 Prozent hat Nordsachsen im Zweckverband Kulturraum Leipziger Raum. Der wurde 1994 zur Erhaltung und Förderung kultureller Einrichtungen und Maßnahmen gegründet. Dazumal gehörte noch eine ganze Reihe von Kreisen dazu, nach der letzten Reform sind es mit Nordsachsen und dem Kreis Leipzig noch zwei. Der hiesige Kreis hat sich über eine Umlage im Berichtsjahr mit rund 1,5 Millionen Euro am Kulturraum beteiligt. Dessen Gesamthaushalt betrug 2009 rund 9,9 Millionen Euro – bedingt auch durch Zuwendungen des Sächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur.
Gemeinsam mit der Stadt und dem Kreis Leipzig ist Nordsachsen Mitglied im Planungsverband Westsachsen. Rund 12 000 Euro Umlage flossen dem Beteiligungsbericht zufolge 2009 an den Verband. Der entwirft den sogenannten Regionalplan und damit die Grundsätze für die räumliche Ordnung und Entwicklung in den Bereichen Ökologie, Wirtschaft, Siedlung und Infrastruktur. Unter anderem die räumliche Einplanung der B 87n liegt auf dem Tisch des Zweckverbandes. Für Nordsachsen sitzen neben Landrat Michael Czupalla die Kreisräte Karl-Heinz Börtitz, Harald Koch und Volkmar Winkler im Verbandsrat.
Im Abfallverband Nordsachsen (AVN), der schon so hieß, als es den Landkreis noch nicht gab, ist selbiger gemeinsam mit dem Kreis Mittelsachsen organisiert. Er zahlte 2009 eine Umlage von rund 28 000 Euro. Der AVN ist für die Entsorgung der Restabfälle zuständig und hat 2009 rund 15 000 Tonnen aus dem Gebiet des Altkreises Torgau-Oschatz entsorgt. Dafür existiert ein Vertrag bis Mitte 2013, der den Haushalten dieser Region günstige Abfallgebühren sichert.
Im Zweckverband Kommunale Informationsverarbeitung Sachsen (KISA) ist der Landkreis als eins von 262 Mitgliedern. Die 111-KISA-Beschäftigten unterstützen die Mitglieder in EDV-Fragen und bieten Lösungen für die computergestützte Verwaltung an.
Wie alle Landkreise und kreisfreien Städte des Freistaates ist auch Nordsachsen Mitglied des Zweckverbandes für Tierkörperbeseitigung Sachsen. Der übernimmt die Entsorgung von Körpern verendeter Tiere, Schlachtabfällen, Brütereiabfällen und vielem mehr. Im Jahr 2009 zahlte der Landkreis für diese Dienstleistung laut Beteiligungsbericht rund 105 000 Umlage-Euro. Dafür hat er eine von 13 Stimmen im Verband.