3. Februar 2011 Sebastian Stöber (Torgauer Zeitung)

Nordsachsens Wohlfühlzimmer

Bad Düben/Nordsachsen (TZ/seb). Wenn sich alljährlich zum Neujahrsempfang die Schönen und Wichtigen im Saal des Heide Spa Bad Düben auf die Schultern klopfen, ist das aus Sicht des Landkreises ein Heimspiel. Denn der 470 Gäste fassende Saal wird, genauso wie die Badelandschaft, der Paradiesgarten, die Kurmittelabteilung und verschiedene Restaurants, von der Kurbetriebsgesellschaft Dübener Heide mbH betrieben. Und die gehört laut Beteiligungsbericht 2009 zu 51 Prozent dem Landkreis Nordsachsen. Weitere 29 Prozent hält die Stadt Bad Düben selbst. Der Sparkasse Leipzig gehören die übrigen 20 Prozent.

Unter Geschäftsführer Reiner Heun arbeiteten im Berichtszeitraum 65 Menschen für das Unternehmen. Im Schnitt waren es weniger als im Jahr 2008 – die Personalkosten sanken daher von rund 1,5 auf 1,4 Millionen Euro.
Der Landkreis bezuschusste die Kurbetriebsgesellschaft 2009 mit insgesamt  circa 324 000 Euro. Darunter waren laufende, also geplante, Zuschüsse in Höhe von rund 235 000 Euro. Die sonstigen Zuschüsse betrugen rund 89 000 Euro. Gemeinsam mit der Stadt Bad Düben hat Nordsachsen darüber hinaus 2009 entsprechend der Anteile à Unternehmen 140 000 Euro in die Kapitalrücklage der Gesellschaft eingelegt. Im Geschäftsjahr 2009 zählte das Heide Spa 170 013 Bad- beziehungsweise Saunagäste – im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um 0,71 Prozent. Weiterhin geht aus dem Lagebericht der Geschäftsleitung hervor, dass sowohl bei den Energiekosten als auch bei den Wasserkosten 75 000 beziehungsweise 10 000 Euro eingespart werden konnten.

Im Berichtszeitraum setzte der Kurbetrieb in Bad Düben rund 2,9 Millionen Euro um. Am Ende stand ein Minus von 378 000 Euro, das allerdings um 162 000 Euro besser ausfiel als noch vor Jahresfrist. Mittelfristig geht die Geschäftsleitung davon aus, dass mehr Wellnessangebote  gebucht werden. Vor allem dem Bereich der medizinisch ausgerichteten Produkte wird dabei Potenzial unterstellt. Weitere Investitionen in diesem Bereich sind daher geplant. Positive Impulse für die Kurbetriebsgesellschaft werden darüber hinaus durch den Hotelbetrieb am Heide Spa erwartet.

Die Kurbetriebsgesellschaft ist 100-prozentige Besitzerin der Heide Spa Hotel Geschäftsführungs-GmbH. Die wiederum ist persönlich haftende Gesellschafterin (Komplementärin) der Heide Spa Hotel GmbH & Co. KG, an der die Kurbetriebsgesellschaft direkt mit 37,81 Prozent beteiligt ist. Die Hotel GmbH beschäftigte 2009 insgesamt 20 Mitarbeiter und erwirtschaftete einen Umsatz von rund 1,9 Millionen Euro. Unter dem Strich weist der Beteiligungsbericht einen Gewinn von 35 000 Euro aus. Das ist mehr als doppelt so viel wie im Jahr davor, obwohl die Zahl der Übernachtungen in diesem Zeitraum leicht zurückgegangen ist: von 27 958 auf 26 507. Das wirkte sich auch auf die Auslastung der Zimmer aus, die bei 61,9 Prozent lag, einen Prozentpunkt unter dem Vorjahreswert.