Nordsachsen (TZ). Vor wenigen Tagen traf sich der Rettungsdienstbereichsbeirat zu seiner alljährlich stattfindenden Sitzung. Als vordergründigste Aufgabe des Gremiums gilt es, den öffentlichen Träger bei der Planung der Anzahl der Rettungswachen und Außenstellen, der Anzahl der bereitstehenden Fahrzeuge und seiner Besatzungen zu beraten und zu unterstützen. Frank Breitfeld, Betriebsleiter des Eigenbetriebes Rettungsdienst und gleichzeitig Vorsitzender des Bereichsbeirats, informierte die Mitglieder zunächst über die aktuellen Ereignisse und die im Jahr 2012 anstehenden Themen.
Im Anschluss daran wurde nach Angabe des Landratsamts über die Entwicklung der Einsatzzahlen in den vergangenen Jahren und in den unterschiedlichen Rettungswachen- und Außenstellenbereichen informiert. Während im Jahr 2008 noch insgesamt circa 43 800 Einsätze im Landkreis Nordsachsen registriert wurden, waren es im Jahr 2010 bereits 48 300 Einsätze. Und die Hochrechnung für das Jahr 2011 lässt ein Ergebnis von etwa 49 200 Einsätzen erwarten. Das ist eine Steigerungsrate von circa 12 Prozent über diesen Zeitraum. Auch für die Zukunft werden ähnliche Steigerungen erwartet.
Ausgangspunkt dieser Prognose war dabei in erster Linie der gegenwärtig bereits begonnene demografische Wandel. Er bringt Veränderungen in allen Lebensbereichen mit sich. Die Kombination von niedriger Geburtenrate und zunehmender Lebenserwartung führt zu einer immer älter werdenden Gesellschaft. Die deutliche Alterung der Gesamtbevölkerung (Verdopplung der über 80-Jährigen, der Rückgang der 15- bis 25-Jährigen um 50 Prozent bis zum Jahr 2020) wird auch Auswirkungen auf den öffentlichen Rettungsdienst haben.
Diese Entwicklung und die gesetzliche Vorgabe, in planerisch 95 Prozent aller Notfall-Einsätze den Notfallort innerhalb von zwölf Minuten (Hilfsfrist) erreicht zu haben, sind Grundlage für die Ermittlung des Fahrzeugbedarfs im Landkreis Nordsachsen. Als wichtigstes Planungsziel wurde daher benannt, alle Rettungsfahrzeuge so zu stationieren, dass diese gesetzliche Forderung eingehalten werden kann. Planerisch konnte das im Landkreis Nordsachsen längst erreicht werden. Doch die Realität stellt sich dann aus den unterschiedlichsten Gründen (Duplizitätsfälle, hohe Verkehrsdichte, Witterungsunbilden und vieles mehr) ein klein wenig anders dar.
Dennoch hat der Landkreis Nordsachsen mit einem Erfüllungsgrad von rund 92 Prozent im vergangenen Jahr 2010 ein überragendes Ergebnis im gesamten Freistaat Sachsen erreicht.
Im Landkreis werden im kommenden Jahr in insgesamt sieben Rettungswachen und acht Außenstellen insgesamt 35 Fahrzeuge einsatzbereit gehalten. Für die personelle Besetzung dieser Fahrzeuge stehen dem öffentlichen Träger über 170 Rettungsassistenten und Rettungssanitäter zur Verfügung.
Zur Sicherstellung der notärztlichen Versorgung kann der Landkreis nach Angabe der Verwaltung aus einem Pool von etwa 100 Notärzten schöpfen. Erklärtes Ziel ist und bleibe die weitere stabile Versorgung aller Bürger des Landkreises mit Leistungen der prähospitalen (vor der Einlieferung in eine Klinik erfolgende) Versorgung.