8. November 2010 Frank Hörügel (Oschatzer Allgemeine Zeitung)

OAZ-Interview - Volkmar Winkler: Ja, ich kandidiere

OAZ-Interview mit dem Sornzig-Ablasser Bürgermeister zur Fusion mit Mügeln

Mügeln/Sornzig-Ablaß. Mügeln und Sornzig-Ablaß fusionieren zum 1. Januar zur neuen Stadt Mügeln. Volkmar Winkler, Bürgermeister der Gemeinde Sornzig-Ablaß, sagt im OAZ-Interview, welche Vorteile die Fusion aus seiner Sicht hat.
Frage: Warum fusionieren Mügeln und Sornzig-Ablaß gerade jetzt?
Volkmar Winkler: Wir haben wegen der geforderten Einführung der Doppik-Haushaltsführung bis 2013 aufs Tempo gedrückt, so dass wir diesen kostenintensiven Prozess mit dem Zusammenschluss nur noch für eine Kommune vollziehen müssen.
Ist das der einzige Grund?
Natürlich nicht. Es geht vor allem um raumordnerische Gesichtspunkte. Durch den Zusammenschluss wird Mügeln als Grundzentrum mit seinen zentralörtlichen Funktionen gestärkt, um zu verhindern, dass uns mittelfristig Versorgungs- und Daseinseinrichtungen wegbrechen und für die Bürger längere Wege entstehen. Auch vergrößern wir damit zum Beispiel das städtische Einzugsgebiet für die Mittelschule Mügeln und tragen zum Erhalt bei. In immer noch überschaubaren Strukturen werden wir wirtschaftlicher arbeiten können.
Hat die staatliche Hochzeitsprämie den Ausschlag für die Fusion gegeben?
Das ist ein Effekt, den wir gern mitnehmen - aber nicht der Hauptgrund für den Zusammenschluss. Mit der Fusion sind zum Beispiel auch höhere Schlüsselzuweisungen verbunden.
Wie gut oder schlecht stehen Mügeln und Sornzig-Ablaß nach Ihrer Einschätzung finanziell da?
Im OAZ-Standpunkt vom 2. November, der die Vertragsunterzeichnung zum Zusammenschluss kommentierte, ist von einer prekären finanziellen Situation der beiden Fusionspartner die Rede. Das stimmt so nicht. Wir stehen nicht besser und nicht schlechter da als andere Kommunen. Mügeln hat einen ausgeglichenen Haushalt. Und Sornzig-Ablaß ist 2009 lediglich durch größere Ausfälle bei der Gewerbesteuer in eine gewisse Schieflage gekommen. Aber auch ohne Fusion hätte Sornzig-Ablaß 2011 wieder einen ausgeglichenen Haushalt hinbekommen.
Der Mügelner Bürgermeister Gotthard Deuse und Sie betonen, dass die Fusion auf große Bürgerakzeptanz stößt. Woraus schlussfolgern Sie das?
Bei den Einwohnerversammlungen, die wir in Mügeln und Sornzig-Ablaß durchgeführt haben, gab es keine oder nur sehr wenige gegenteilige Meinungen zur Fusion. Dafür gibt es eine Reihe von Gründen.
Welche sind das?
Wir gehören schon immer zum Verflechtungsbereich von Mügeln. Wir haben ausgewogene Strukturen, die nicht verändert werden müssen. Lediglich die Verwaltung von Sornzig-Ablaß zieht zwei Kilometer weiter nach Mügeln. Uns verbinden viele gegenwärtige und historische Gemeinsamkeiten - in den Vereinen, der Wirtschaft und den Familien. Und nicht zuletzt entsteht mit der Fusion eine Kommune, die immer noch eine überschaubare Größe hat und damit bürgernah bleibt.
Herr Deuse wird laut Fusionsvertrag in den Ruhestand geschickt. Am 27. März 2011 soll deshalb ein Bürgermeister für die neue Stadt Mügeln gewählt werden. Kandidieren Sie?
Ja, ich kandidiere. Meine großen Erfahrungen aus über 20 Jahren Bürgermeister-Tätigkeit, mein Wissen und meine ungebrochene Kraft möchte ich den Bürgern anbieten.
Zusammenschlüsse von Kommunen haben unter anderem den Sinn, Personalkosten bei den Beschäftigten der Verwaltung einzusparen. Wird das Personal reduziert?
Es wird Einspareffekte in der Verwaltung geben. Gleichzeitig wächst aber das Aufgabenspektrum der Kommunen ständig. Wir werden in den nächsten Jahren altersbedingte Personalabgänge bekommen und Mühe haben, diese auszugleichen. In die Ausbildung von Verwaltungsnachwuchs werden wir deshalb viel Kraft stecken müssen.