Kreisgebiet. Die Ortsnetze in Zschepplin und Zschölkau, Abwasserbauten in Paschwitz, Lehelitz und Niederossig sind die Investitionsschwerpunkte im Haushalt 2011 des Abwasserzweckverbandes (AZV) Mittlere Mulde. Die Haushaltssatzung liegt der Verbandsversammlung am Mittwoch zur Beschlussfassung vor. Die öffentliche Tagung beginnt um 15 Uhr im Versammlungsraum der Abwasserreinigungsanlage im Eilenburger Ortsteil Hainichen.
"Das Zscheppliner Ortsnetz, das wir im vergangenen Jahr begonnen haben, soll in diesem Jahr fertiggestellt werden", informierte AZV-Geschäftsführer Mathias Müller vorab. Allein in Zschepplin hat der Zweckverband, der neben Teilen der Gemeinde Zschepplin auch in Eilenburg, Krostitz und Doberschütz für die Abwasserentsorgung zuständig ist, im vergangenen Jahr etwa eine Million Euro investiert. Die letzten Bauabschnitte werden demnächst im Auftrag des Zweckverbandes in der Alten Dübener Straße, in der Siedlung der Einheit und in der Zscheppliner Mittelstraße fortgesetzt, damit der Anschluss des Ortes ans öffentliche Netz, wie mittelfristig bis 2012 geplant, erfolgen kann.
Sind die Leitungen in der entsprechenden Qualität abgenommen, hätten die Grundstückseigentümer ein halbes Jahr Zeit, ihre gesetzlich vorgeschriebene Anschlussfrist zu erfüllen. Das werde ihnen mit entsprechenden Schreiben mitgeteilt, erläuterte Müller. Danach werden die fälligen Anschlussbeiträge erhoben. Diese werden bekanntlich auf der Basis der bebaubaren Grundstücksfläche in Quadratmeter mal Nutzungsfaktor mal 2,30 Euro pro Quadratmeter berechnet. Der Faktor richtet sich nach der Geschosshöhe der Bebauung.
Für ein Geschoss ist er gleich eins, für jedes weitere Vollgeschoss erhöht er sich um 0,5. Für Schmutzwasser, das in die Kläranlage Hainichen fließt, zahlen Kunden des Zweckverbandes Mittlere Mulde 2,90 Euro pro Kubikmeter, für den Fäkalschlamm aus Kleinkläranlagen pro Kubikmeter 26,56 Euro. Bei Niederschlagswasser kostet der Quadratmeter versiegelte Fläche 65 Cent.
Unverändert ist ebenso die Gebühr von 1,11 Euro pro Kubikmeter für vorgereinigtes Schmutzwasser aus Kleinkläranlagen. Bei den - übrigens immer weniger werdenden - Gruben ohne Abfluss sind 13,3 Euro zu berappen. Sehr stark verschmutztes Wasser kostet 15,8 Prozent extra.
Zirka 80 Millionen Euro sind seit 1992 in die Netze des Verbandes zwischen Krostitz und Doberschütz investiert worden. Bis 2018 will der AZV Mittlere Mulde mit weiteren 23 Millionen Euro sein etwa 200 Kilometer umfassendes Netz ertüchtigen. Dabei gilt momentan: Die Beiträge und Gebühren, die zuletzt 2005 angepasst wurden, bleiben vorerst stabil.
Der aktuelle Haushaltsentwurf des Verbandes sieht ein Investitionsvolumen von knapp drei Millionen Euro vor. Neben den Zscheppliner Baustellen, für die 2011 rund 800000 Euro einkalkuliert sind, stehen der Bau einer Druckleitung in Paschwitz (Gemeinde Doberschütz) mit einem Umfang von 750 000 Euro, der Beginn des Ortsnetzes Zschölkau (800 000 Euro), die Druckleitung Lehelitz-Niederossig sowie das Ortsnetz Niederossig in der Gemeinde Krostitz für insgesamt 600000 Euro im Plan.
In Eilenburg ist die Kanalerneuerung in der Marienstraße in Richtung Hallesche Straße im Zuge der Straßenbaumaßnahmen erwähnenswert. Wie berichtet, erfordern die jüngsten Asphalteinbrüche nach Unterspülungen in der Franz-Mehring-Straße entsprechende Reparaturen.
Der Abwasserzweckverband Mittlere Mulde sieht, was Fremdeinleitungen ins Netz aufgrund der momentan hohe Grund- und Oberflächenwasserstände angeht, keinen zusätzlichen Handlungsbedarf. Die Kläranlage in Hainichen müsse zwar momentan das Vier- bis Fünffache der üblichen Einleitungsmenge, die normalerweise bei 4500 Kubikmeter am Tag liegt, verkraften. Aber sie sei auf eine Spitze von 24000 Kubikmeter ausgelegt, womit ein Muldehochwasser der Stufen zwei bis drei abzufangen sei, informierte Geschäftsführer Mathias Müller. Er wertete diese Situation, die im Delitzscher Zweckverband wegen der dort steigenden Grundwasserstände und der daraus resultierenden ständigen Einleitungen wegen der Zusatzkosten Kopfschmerzen bereitet (wir berichteten), für das Eilenburger Gebiet als "vorübergehende wetterbedingte Erscheinung". Das Klärwerk reinigt das Abwasser von zurzeit zirka 26600 Einwohnern im Verbandsgebiet und ist auf 49000 sogenannte Einwohnergleichwerte (Industrieabwässer werden umgerechnet) ausgelegt. kr